Es war nicht weniger als ein Donnerschlag für den Motorsport, als VW vor zwei Wochen seinen Ausstieg aus der Rallye-WM nach dem Ende der Saison verkündete. Die Marke hatte mit dem Polo-R die Rennserie WRC in den vergangenen Jahren fast nach Belieben dominiert.

Neben den vier Fahrertiteln in Serie für Ogier hatten die Wolfsburger seit 2013 jeweils auch die Konstrukteurs-WM gewonnen. In jedem Rennen schaffte es VW in die Punkte, in den bisher 51 Rennen wurden 85 Podiumsplätze eingefahren - 42 Siege, 25 zweite und 18 dritte Plätze. Und dann das.

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"Die Bekanntgabe des Ausstiegs aus der Rallye-WM am Ende des Jahres war nicht die Art, wie wir als Team unseren vierten Titel feiern wollten", sagte Ogier vor dem Bye-Bye in Down Under. Doch der vom Dieselskandal gebeutelte Konzern zog den Stecker. Es ist fast so, als würde der FC Bayern die Bundesliga verlassen. Es werde "ein durch und durch emotionales Wochenende für jeden im Team werden", sagte Sven Smeets, Motorsport-Direktor bei VW: "Aber wir werden absolut alles daransetzen, unseren zwölf WM-Titeln die Krone aufzusetzen."

Ogier legt ein Sabbatical

VW will sein Engagement im Motorsport jetzt neu ausrichten und prüft eine Ausweitung der Aktivitäten im Rallycross mit dem Beetle GRC. Im Gegensatz zur klassischen Rallye fahren in dieser Serie kleine Gruppen von Rennwagen Sprintrennen gegeneinander. "Gleichzeitig wird Volkswagen verstärkt im Kundensport Flagge zeigen", sagte Entwicklungsvorstand Frank Welsch und nannte in diesem Zusammenhang auch den Golf GTI TCR für die Rundstrecke. Zudem wolle man einen neuen Rallye-Polo nach R5-Reglement entwickeln.

Wie es für Starfahrer Ogier weitergeht, ist nicht bekannt. In seiner Heimat Frankreich wird über ein Wechsel zu Toyota spekuliert. Die Japaner kehren nach Jahren der Abstinenz 2017 zurück in die WRC, auch ein Engagement bei Ford über M-Sport steht im Raum.

Oder aber Ogier legt ein Sabbatical ein, schließlich ist der Ehemann von TV-Moderatorin Andrea Kaiser im Sommer erstmals Vater geworden. Zudem soll er laut L'Equipe noch ein Jahresgehalt von etwa 7,5 Millionen Euro einstreichen, da sein Vertrag mit VW eigentlich bis 2017 lief. "Macht euch um mich keine Sorgen", hatte Ogier schon gesagt, als das Rallye-Aus von VW beschlossen wurde.

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