Auch bei der Europameisterschaft auf der schwierigen Bahn in Sigulda rodelte die 32-Jährige auf den Silberrang, es war ihr achter zweiter Platz im achten Saisonrennen. Nach dem ersten Lauf hatte sie mit fünf Tausendstelsekunden geführt, am Ende standen fünf Hundertstel Rückstand auf die russische Titelverteidigerin Tatjana Iwanowa.

"Tatjana ist immer stark und hier in Sigulda besonders, das ist quasi ihre Heimbahn", sagte Geisenberger, die im Mai erstmals Mutter geworden war, "ich bin glücklich mit Silber. Ich habe noch viel zu tun und viel aufzuholen. Aber wo ich jetzt schon stehe, das macht mich stolz."

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Dritte der EM, die im Rodelsport stets auch als Weltcup gewertet wird, wurde die Russin Wiktoria Demtschenko. Vizeweltmeisterin Julia Taubitz (Oberwiesenthal), in dieser Saison schon fünfmal siegreich, verpasste als Vierte knapp das Podest. In der Gesamtwertung führt Geisenberger dank ihrer Konstanz knapp vor Taubitz (680:651 Punkte).

Die Bayerin hatte die vergangene Saison ausgelassen, im Mai kam ihr Sohn zur Welt. In diesem Winter war die Olympiasiegerin dann vom Start weg konkurrenzfähig, der 50. Weltcup-Sieg lässt nun aber bald zwei Jahre auf sich warten: Am 23. Februar 2019 gewann sie im russischen Sotschi zuletzt ein Rennen. Die Voraussetzungen am Sonntag waren allerdings schwierig, auf der Bahn in Sigulda tun sich die deutschen Schlitten traditionell vor allem gegen die Russen schwer.

Knapp drei Wochen vor den Weltmeisterschaften am Königssee (29. bis 31. Januar) sorgte Geisenberger mit EM-Silber dennoch für ein gutes deutsches Teamergebnis: Am Samstag hatte Rekordweltmeister Felix Loch (Berchtesgaden) seine beeindruckende Form bestätigt und sich den EM-Titel nach vier Jahren zurückgeholt. Der Olympia-Dritte Johannes Ludwig (Oberhof) wurde starker Zweiter.

Bei den Doppelsitzern waren Andris und Juris Sics auf ihrer Heimbahn nicht zu schlagen, die Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) landeten aber mit nur 29 Tausendsteln Rückstand auf Rang zwei. Die Teamstaffel schloss als Dritte hinter Russland und Lettland ab.

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