Das Interview führte Dirk Adam
Der Deutschland-Achter holte 2012 Olympia-Gold in London. Wie sehen Ihre Ziele für Rio aus?
Andreas Kuffner: Das Ziel ist für uns ganz klar. Wir wollen erneut Olympia-Gold gewinnen. Wir haben alle Möglichkeiten und es kann alles passieren, aber das Ziel ist ganz klar definiert.
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Wer kann in den Kampf um die Medaillen eingreifen? Welche Teams muss man auf der Rechnung haben?
Kuffner: Prinzipiell muss man bei Olympischen Spielen mit jedem rechnen, der sich qualifiziert hat. Aber die härtesten Gegner werden sicher Holland, England und USA werden. Neuseeland ist zudem eine junge Mannschaft, die sich sehr gut entwickelt hat und die man nicht unterschätzen darf.
Es gab viele Bilder von verschmutzten Gewässern. Wie schlimm ist die Situation in Rio wirklich?
Kuffner: Aktuell können wir sagen, dass es optisch nicht so schlimm ist, wie im Vorfeld berichtet. Es schwimmt nichts herum, was da nicht sein soll und wir sind erstmal positiv von der Qualität überrascht. Nichtsdestotrotz werden wir alle präventiven Maßnahmen beibehalten, denn Krankheitserreger sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick. In erster Linie glaube ich aber, dass der Wind und damit die Wellenbildung durchaus eine zusätzliche Herausforderung werden.
Viele Russen wurden wegen systematischen Dopings für Olympia gesperrt. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?
Kuffner: Es sind insgesamt noch sechs russische Ruderer übrig. Daraus durfte Russland einen Vierer stellen. Der Achter ist gesperrt und dafür Italien nachgerückt. Ich finde es gut, dass der Weltruderverband so schnell reagiert hat. Dadurch, dass IOC-Präsident Thomas Bach die Entscheidung an die Verbände abgegeben hat, können wir nur froh sein, dass dies im Rudern fair gelöst wurde. Man hätte aber eigentlich alle sauberen Russen unter Olympischer Flagge starten lassen sollen und nicht für Russland. Hier hätte man ein Zeichen setzen müssen.
Wie kann man den Kampf gegen Doping verbessern? Kann man dieses Problem überhaupt in den Griff bekommen?
Kuffner: Im Grunde müsste das Kontrollsystem weltweit gleich gestaltet werden. Wenn ich sehe, wie häufig und konsequent wir kontrolliert werden und mit welchem Aufwand wir dafür sorgen müssen für unangekündigte Kontrollen auffindbar zu sein, dann ist für mich klar, dass dies scheinbar nicht überall so gestaltet wird. Es fehlen hier wohl die finanziellen Mittel, dies global in der gleichen Konsequenz durchzuführen.
Der Deutschland-Achter ist das Aushängeschild schlechthin. Was macht dieses Boot so besonders?
Kuffner: Letztlich ist es der Erfolg über viele Jahre, der das Boot zu einer Marke gemacht hat. Das Besondere und die Faszination am Deutschland-Achter ist für mich, dass wir als Team gemeinsam alles für den Erfolg geben und sich jeder für den anderen aufopfert um den maximalen Erfolg zu erzielen. In unserem Boot ist immer dieser unbedingte Siegeswille zu spüren.
Sie nehmen zum zweiten Mal an den Sommerspielen teil. Welche besondere Faszination hat Olympia?
Kuffner: Es ist im Speziellen die Tatsache, dass man sich vier Jahre darauf vorbereitet. Vier Jahre lang investiert man unglaublich viel - ohne zu wissen, ob man am Ende dabei ist, geschweige denn eine Medaille gewinnen kann. Diese eine Chance nur alle vier Jahre zu haben und der Fakt, dass dort die besten Sportler der Welt aus verschiedensten Sportarten aufeinander treffen, macht es für mich so besonders und wertvoll, wieder Teil dieser Elite zu sein.
Haben Sie schon eine spezielle Aktion oder einen Jubel geplant, wenn Deutschland wieder Olympia-Gold holt?
Kuffner: Ehrlich gesagt ist mir diese Überlegung - bevor die Frage gestellt wurde - noch nicht in den Sinn gekommen. Für mich zählt bis zum letzten Schlag im Olympischen Finale nur eins: über mich hinaus wachsen, alle Schmerzen überwinden und alles aus dem Körper herausholen, was nur irgendwie möglich ist. Alles andere ergibt sich dann von allein.
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