Insgesamt erfüllten 19 Schwimmer die Normkriterien für Olympia, teilweise auf verschiedenen Strecken. Das Team wird sich durch die Nominierungen für die sieben Staffeln noch deutlich vergrößern. Cheftrainer Bernd Berkhahn war mit der Quote und den Leistungen "sehr zufrieden".
Man müsse vor den Sportlern "den Hut ziehen", meinte der Magdeburger Stützpunktcoach, wie sie sich ohne Zuschauer und in teilweise sehr dünn besetzten Läufen "motivieren und zusammenreißen und tolle Zeiten" abliefern würden.
Jetzt ist Schwimmstar Florian Wellbrock auf seiner Nebenstrecke die aktuelle Nummer eins und zwei der Welt: Der Doppelweltmeister gewann bei der Olympia-Qualifikation in Berlin das mit Spannung erwartete Rennen über 400 m Freistil und blieb in 3:44,36 Minuten nur um eine Hundertstelsekunde über seiner vor einer Woche in Magdeburg erzielten Weltjahresbestzeit.
Olympia - Schwimmen
Duo knackt Olympia-Norm, Wellbrock glänzt auch über 1500 m
11/04/2021 AM 16:52
Auch Lukas Märtens (3:44,86) und Henning Mühlleitner (3:45,36) knackten erneut deutlich die Normzeit für Tokio.
Auf einen Olympiastart auf seiner Nebenstrecke wird Wellbrock aber sehr wahrscheinlich verzichten. Das ist methodisch mit seinen Starts über 800 und 1500 m (Becken) sowie 10 km (Freiwasser), wo seine Medaillenchancen nochmal größer sind, kaum vereinbar. Daher dürfte Mühlleitner den zweiten deutschen Startplatz neben Märtens bekommen.

Wellbrock nur knapp am Rekord vorbei

Der Doppel-Weltmeister eroberte dann am Schlusstag auf seiner Paradestrecke 1500 m Freistil in 14:36,45 Minuten Platz eins der Weltjahresbestenliste deutlich vor seinem italienischen Rivalen Gregorio Paltrinieri. Seinen eigenen deutschen Rekord aus dem Jahr 2018 verpasste Wellbrock nur knapp um drei Zehntelsekunden.
"Der deutsche Rekord wäre schön gewesen, aber auch so war das ein schöner Gruß nach Italien", sagte Wellbrock grinsend: "Die Jungs werden sich freuen - und ich freue mich dann auf Tokio."

Wellbrock: "Olympia-Rennen wird ein cooles Ding"

Außerdem knackten am vorletzten Wettkampftag in Annika Bruhn, Damian Wierling (beide über 100 m Freistil) und Sarah Köhler (400 m Freistil) drei weitere Athleten die Olympia-Norm auf Einzelstrecken. Köhler musste sich jedoch ihrer Magdeburger Teamkollegin Isabel Gose um neun Zehntelsekunden geschlagen geben.
Dass Wellbrock im 400-m-Rennen nur zwei nationale Konkurrenten hatte und tags zuvor über 800 m sogar alleine gestartet war, sieht er nicht als Nachteil für seine Gold-Mission bei Olympia. "Ich bin zu Hundert Prozent ein Wettkampftyp, wenn ich in Tokio am Start stehe und acht Leute neben mir, dann wird das ein cooles Ding", sagte Wellbrock, "dann hält es mich auch nicht auf, wenn wir hier nur zu zweit oder zu dritt schwimmen. Ich werde der Situation dann gewachsen sein - und da freue ich mich schon tierisch drauf."
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(SID)

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