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Dreßen zurück auf Skiern: "Dem Knie geht es super"

Dreßen zurück auf Skiern: "Dem Knie geht es super"
Von Eurosport

04/07/2019 um 14:25Aktualisiert 04/07/2019 um 15:26

Thomas Dreßen ist nervös. Und tatsächlich haben seine ersten Schwünge auf dem Rettenbachgletscher hoch über Sölden nach 216 Tagen Zwangspause nichts mit dem halsbrecherischen Tempo zu tun, das der Kitzbühel-Sieger von der "Streif" gewohnt ist. "Das hat ausgesehen wie in der Skischule", sagt Dreßen nach seiner Rückkehr auf die Bretter, die ihm die Welt bedeuten, dem "SID".

Und trotzdem ist das Comeback am Donnerstag über sieben Monate nach seinem schweren Sturz bei der Weltcup-Abfahrt von Beaver Creek/USA ein Erfolg: Dem rechten Knie, in dem sich der 25-Jährige auf der berüchtigten Raubvogel-Piste das Kreuzband gerissen hat, gehe es "super", sagt Dreßen, und die Erleichterung darüber ist ihm anzuhören. Er sagt und lacht:

"Die Freude war groß, ich habe Spaß gehabt - und es hat alles gut funktioniert."

Weltcup-Comeback in Lake Louise

Langsam Gefühl aufbauen, technisch gut auf dem Ski stehen, dann das Tempo erhöhen - Dreßen setzt den Plan an der Seite von Teamkollege Andreas Sander auf der eigens für das Duo hergerichteten Strecke planmäßig um.

Ende Dezember hatte sich auch Sander das Kreuzband gerissen, Dreßen aber hat bei der Rückkehr nur Augen für sich, wie er zugibt. "Ein bisschen aufgeregt" sei er vorher gewesen, gesteht der Baum von einem Mann.

Doch die Nervosität ist unbegründet: Dass sich die Muskulatur nach den "15 bis 20 Fahrten" bemerkbar macht, ist schlicht der ungewohnten Belastung zuzuschreiben. Sein Weltcup-Comeback visiert Dreßen für den Jahrestag seines Sturzes am 30. November bei der Abfahrt im kanadischen Lake Louise an. Er sagte:

"Jetzt heißt es arbeiten, dass ich skifahrerisch wieder dahin komme, wo ich war - und mich weiter verbessere. "

Konditionell sieht er sich "schon wieder da, wo ich hingehöre". Die Fotos, die er in den Sozialen Netzwerken von sich zeigt, bestätigen diese Ansicht eindrucksvoll.

Dreßen will seine eigenen Fußstapfen hinterlassen

Dreßen hat die freie Zeit mit der nahezu komplett verpassten Weltcup-Saison und der WM in Are sowie die Monate danach genutzt. Doch es gab auch schwere Tage. Zwar ist der Mittenwalder keiner, der zum Grübeln neigt. Er habe aber durch die Verletzung "gemerkt, wer wirklich zu mir steht - und wer nur ein Schulterklopfer ist", sagt er.

Die Zahl Letzterer könnte bald wieder zunehmen - wegen Dreßens Klasse. Und, weil sich der deutsche Skirennsport nach dem Rücktritt von Felix Neureuther nach einer neuen Galionsfigur sehnt. Dreßen sagte:

"Wenn es so kommt, dann ist es eben so. Ich sehe es ohnehin nicht als meine Aufgabe an, in jemandes Fußstapfen zu treten. In die Fußstapfen vom Felix passt nur der Felix rein."

Er wolle "meine eigenen Fußstapfen hinterlassen".

(SID)

Video - Schwerer Sturz von Thomas Dreßen: Saison-Aus für Abfahrts-Ass

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