Alexander Schmid ließ die Schultern hängen und zog die Mundwinkel nach unten. Die Körpersprache machte noch vor der ersten Aussage des besten deutschen Riesenslalom-Fahrers klar: Das war nix beim Klassiker auf dem legendären Chuenisbärgli in Adelboden. "Tja, puh", sagte Schmid sichtlich ratlos über den enttäuschenden 21. Rang beim überlegenen Sieg des starken Franzosen Alexis Pinturault, seiner schwächsten Saisonleistung im "Riesen".
Nach Platz 26 im ersten Lauf hatte Schmid wie zuletzt in Santa Caterina oder Alta Badia die nächste Aufholjagd starten wollen. Im Finale, so empfand er es jedenfalls, war tatsächlich "ein bissl mehr Zug drin" in seiner Fahrt. Ein schwerer Patzer war nicht zu erkennen, und dennoch kam er nicht viel weiter nach vorne.
"Der Hang", klagte Schmid, "mit dem werde ich noch nicht so ganz warm." Zum fünften Mal startete er auf der schwierigen Piste, die sonst von Zehntausenden skiverrückten Fans gesäumt wird. Doch so trostlos in Zeiten der Pandemie die Atmosphäre war, so geknickt ging Schmid aus dem Rennen, bei dem er nie besser als 20. war. Ein Dämpfer, nachdem es in diesem Winter mit den Plätzen 15, elf, neun und sieben im "Riesen" stetig bergauf gegangen war.
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Pinturault war bei seinem 32. Weltcup-Sieg stolze 4,08 Sekunden schneller als der in Abwesenheit des verletzten Stefan Luitz einzige DSV-Läufer im Finale. Der Kroate Filip Zubcic (+1,04) wurde Zweiter vor Lokalmatador Marco Odermatt (+1,11). Julian Rauchfuß schied im ersten Lauf aus.

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Schmid bekommt am Samstag an gleicher Stelle die nächste Chance, es besser zu machen - es ist der letzte Riesenslalom vor dem WM im Februar in Cortina d'Ampezzo. "Es hilft nix, ich muss trotzdem weiterkämpfen", sagte er. Sein schmunzelnd vorgetragenes Rezept: "Besser schlafen - und noch mehr Gas geben."
Am Sonntag (ab 10:15 Uhr live bei Eurosport 1, Joyn PLUS+ und im Liveticker bei Eurosport.de) hofft Linus Straßer nach seinem ersten Weltcup-Sieg im Slalom auf den nächsten Höhenflug. "Es muss das Ziel sein, diese Leistung konstant abzurufen", sagte er bei Eurosport über seinen Coup von Zagreb. Doch das Niveau sei "wahnsinnig hoch. Man muss realistisch bleiben und braucht nicht zu glauben, es geht jetzt einfach von der Hand."
Der Chuenisbärgli scheint, anders als bei Schmid, das richtige Pflaster für ihn. Im Vorjahr war Straßer starker Sechster bei seinem "Lieblingsrennen". Er müsse "voll am Limit fahren", um weitere Erfolge zu feiern, sagte Straßer, aber: "Ich weiß, es kann nach vorne reichen, wenn es mir gelingt."
Überschattet wurde das Rennen vom Unfall des Sölden-Siegers Lucas Braathen. Dem jungen Norweger unterlief am letzten Tor ein Fehler, er stürzte ins Ziel und erlitt eine Seitenbandverletzung im Knie. Die Saison ist für ihn vorzeitig beendet.
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(SID)

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