Eurosport

Kreuzbandriss: Olympia-Aus für Stefan Luitz

Mit Video | Kreuzbandriss: Olympia-Aus für Luitz
Von SID

17/12/2017 um 19:34

Erst Felix Neureuther, nun Stefan Luitz: Die deutschen Ski-Rennläufer müssen bei den Olympischen Spielen auf eine weitere große Medaillenhoffnung verzichten. Wie zuvor Neureuther zog sich Luitz beim Riesenslalom in Alta Badia einen Kreuzbandriss zu. Dies ergab eine Untersuchung im Universitätsklinikum in Innsbruck. "Das frustet uns schon extrem.", ärgerte sich Alpindirektor Wolfgang Maier.

Eurosport Player : Verfolgen Sie das ganze Event live

Jetzt bei Eurosport

Dem Jubel folgte bei den deutschen Ski-Rennläufern der Frust: Nach dem Sieg von Josef Ferstl und dem Ausfall von Felix Neureuther kam nun das Olympia-Aus für Medaillenhoffnung Stefan Luitz. Und Viktoria Rebensburg stürzt spektakulär. Innerhalb von zwei Tagen sind den deutschen Ski-Rennläufern gleich zwei der größten Medaillenhoffnungen für die Olympischen Spiele abhanden gekommen.

Keine 48 Stunden nach dem Jubel über den historischen Weltcupsieg von Josef Ferstl im Super-G von Gröden machte sich der große Frust bei der deutschen Mannschaft breit: Luitz erlitt beim Riesenslalom in Alta Badia einen Kreuzbandriss im linken Knie und wird damit ebenso wie der am vergangenen Freitag operierte Neureuther in Pyeongchang nicht starten könne.

Frust beim DSV

Alpindirektor Wolfgang Maier war nach der neuerlichen Hiobsbotschaft am Boden zerstört. "Das frustet uns schon extrem. Da fehlen dir mit der Zeit die Worte. Jedes Mal, wenn wir uns anstrengen, kriegen wir wieder einen drauf. Da fragt man sich schon, was tut man da eigentlich", sagte er und ergänzte: "Felix war schon eine harte Nummer und jetzt das." Neureuther hatte vor seiner Verletzung den Slalom in Levi gewonnen, Luitz in Beaver Creek sowie Val d'Isere mit den Rangen drei sowie zwei seine Ambitionen für Olympia unterstrichen.

Beinahe hätte es auch noch Viktoria Rebensburg erwischt. Die zweifache Saisonsiegerin stürzte beim zweiten Super-G im französischen Val d'Isere schwer, blieb aber unverletzt. Das war an einem für sie insgesamt enttäuschenden Wochenende eine gute Nachricht. "Mir geht's gut", bestätigte die Olympiasiegerin lächelnd.

In Alta Badia herrschte zur gleichen Zeit Weltuntergangsstimmung. Nach nur vier Toren und neun Fahrsekunden hatte Luitz seinen Lauf auf der Gran Risa abgebrochen - offensichtlich mit Schmerzen im linken Knie. Nach einer ersten Untersuchung durch den österreichischen Mannschaftsarzt Christian Hoser wurde Luitz umgehend ins 130 km entfernte Innsbruck gefahren. Dort sollte er noch am Sonntagabend operiert werden.

Fünf Deutsche in den Punkterängen

Nach einem bislang so verheißungsvollen Winter werden in PyeongChang (9. bis 25. Februar) wohl die aufstrebenden Abfahrer für die Höhepunkte sorgen müssen: Ein Sieg durch Ferstl, ein dritter Rang durch Thomas Dreßen, dazu zahlreiche Top-Platzierungen, "man sieht: Wir haben die Berührung zur absoluten Weltspitze gefunden", sagte Maier nach der traditionsreichen Abfahrt am Samstag in Gröden.

Am Tag nach Ferstls Coup wurden die Abfahrer auf der Saslong unter Wert geschlagen: Andreas Sander (Ennepetal), Dreßen und Ferstl belegten nach sehr guten Fahrten die Ränge zwölf, 13 und 14 - bessere Platzierungen verhinderten die Besonderheiten von Gröden: wenn es sonnig und kalt ist wie am Samstag, wird die Piste zunehmend schneller. Nur der überragende Aksel Lund Svindal (Norwegen) blieb unantastbar.

Gut meine es Gröden mit Manuel Schmid aus Fischen im Allgäu. Er fuhr mit Startnummer 43 auf Rang 16 - im ersten Weltcup-Rennen seiner Karriere. Dabei verpasste er die halbe Norm für Olympia nur um 0,10 Sekunden. Und weil Dominik Schwaiger es mit der Nummer 54 noch auf Rang 29 schaffte, erreichten sogar alle fünf Deutschen die Punkteränge. Den Riesenslalom gewann Marcel Hirscher (Österreich) mit 1,7 Sekunden Vorsprung auf Henrik Kristoffersen (Norwegen).

Besonders groß waren die Emotionen auch bei Lindsey Vonn und Anna Veith. Die beiden Olympiasiegerinnen erlösten sich in Val d'Isere nach jeweils langer Leidenszeit mit Siegen selbst. "Speed Queen" Vonn holte beim Super-G am Samstag, als Rebensburg passable Siebte wurde, ihren 78. Erfolg. Sie kam damit dem Rekord des Schweden Ingemar Stenmark (86) wieder ein Stück näher. Veith, geborene Fenninger, setzte sich am Sonntag im zweiten Super-G erstmals seit März 2015 durch.

Video - Knieverletzung: Luitz-Aus nach wenigen Toren

00:51
0
0