SID

Auch Andreas Sander fällt mit Kreuzbandriss für Ski-WM aus

OP statt WM - Sander kann sein Pech nicht fassen: "Gibt's doch gar nicht"
Von SID

06/01/2019 um 17:24Aktualisiert 06/01/2019 um 21:11

Nach Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen fällt nun auch Andreas Sander mit einen Kreuzbandriss aus. Die deutschen Abfahrer wirft dies auch im Hinblick auf die WM weit zurück. Sander hatte bereits mit dem Super-G in Bormio die WM-Norm für Are erfüllt. Doch das deutsche Team lässt sich nicht unterkriegen und will nächstes Jahr dafür umso stärker zurück kommen.

Wolfgang Maier stieß am Fuße des Bärenbergs ein paar deftige Flüche aus - allerdings: Wer wollte es ihm verdenken? Vor der Saison stand der Chef der deutschen Skirennläufer mit einer starken Abfahrtsmannschaft da, angeführt von einem Kitzbühel-Sieger. Am Wochenende nun musste er am Rande der Weltcup-Rennen nahe der kroatischen Hauptstadt Zagreb feststellen:

"Die Illusion, die wir hatten, ist leider kaputt. Die großen Ziele, die wir hatten, sind zunichte."

Anfang Dezember erlitt zunächst Thomas Dreßen, Sieger auf der Streif in Kitzbühel im Januar 2018, bei einem Sturz bei der Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek einen Kreuzbandriss - damit fehlte bereits ein "absoluter Weltklassemann für das Podium", wie Maier sagte. Und nun teilte am Samstagnachmittag Andreas Sander mit, auch er habe einen Kreuzbandriss erlitten - am 27. Dezember in Bormio. "Das ist ein Schock für uns alle", sagte Cheftrainer Mathias Berthold in Zagreb.

Video - Schwerer Sturz von Thomas Dreßen: Saison-Aus für Abfahrts-Ass

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Sander hatte an besagtem Tag im zweiten Training für die Weltcup-Abfahrt am 28. Dezember in Bormio "etwas im Knie gespürt", wie er mitteilte, "allerdings hatte es sich in den nächsten Tagen bei den Rennen nicht schlecht angefühlt." Im Riesenslalom-Training am Freitag wurde Sander dann aber doch etwas unsicher und ließ das Knie untersuchen. Die Diagnose, in der Tat ein Kreuzbandriss im rechten Knie, "war natürlich sehr schockierend und überraschend für mich".

Sander hatte bereits die WM-Norm erfüllt

Für die zwei Rennen in Bormio war Sanders Knie mit einem Tapeverband stabilisiert worden. Ironie des Schicksals: Einen Tag nach seiner schlechten Leistung in der Abfahrt (35.) war er an gleicher Stelle im Super-G auf Rang 14 gefahren - er erfüllte damit die Norm für die WM im Februar in Are/Schweden. Dass nun ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, mag Maier kaum fassen:

"Wir waren alle von den Socken, auch die Mediziner haben gesagt, das gibt's doch gar nicht."

Sander wird am Montag operiert, seine Verletzung ist ein weiterer Rückschlag beim Vorhaben, eine starke Mannschaft um Dreßen aufzubauen. "Wir wollten ja einen auf die vergangene Saison draufsetzen - und zugleich die Jungen im Windschatten von hinten nachziehen", sagt Maier. Berthold hatte zudem die Abfahrtsmannschaft gezielt auf Are vorbereitet - in Are:

"Wir waren drei Jahre lang beim Training oben. Jetzt haben wir zwei Athleten verloren, bevor es überhaupt losgeht."

Jetzt bleibe eben nur der Blick nach vorne, sagte Maier. Er habe, berichtete er, nach dem Bekanntwerden der Verletzung von Sander am Freitag mit dem verletzten Dreßen gesprochen, dieser habe angekündigt: "Dann kommen wir halt umso stärker zurück." Und daran, ergänzte Maier, "werden wir uns jetzt orientieren". Etwas anderes bleibt auch gar nicht übrig.