SID

Pechvogel Stefan Luitz möchte sich nicht unterkriegen lassen und weiter kämpfen

Mit Video | Pechvogel Luitz: "Wieder aufstehen und weiter kämpfen"
Von SID

13/01/2019 um 17:46

Stefan Luitz bleibt das Pech treu. Er stand im dichten Schneetreiben von Adelboden, die lädierte linke Schulter dick eingepackt, und blickte wehmütig das legendäre Chuenisbärgli hinauf. Es gehe ihm zwar "ganz gut", sagte er einen Tag nach seinem Sturz im Riesenslalom, "Schmerzen habe ich keine mehr, die Schulter ist wieder drin, da bin ich sehr froh."

Doch dass der ohnehin von der leidigen Sauerstoff-Affäre gebeutelte Allgäuer nach seinem Missgeschick am Sonntag beim Slalom nicht "ein bisschen Zicki-Zacki" fahren konnte, tat ihm doppelt weh. Der 26-Jährige sagte tapfer.

"Momentan kommt alles auf einmal, aber ich kämpfe immer weiter, werde mich nicht unterkriegen lassen und immer wieder aufstehen. "

Video - Schmerz statt Sieg: Luitz kugelt sich Schulter aus

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Weitere Untersuchungen notwendig

Ob er sich bei seinem Malheur mehr getan hat, als "nur" die Schulter ausgekugelt, sollen weitere Untersuchungen am Montag in München zeigen. Ist sogar die WM im schwedischen Are (5. bis 17. Februar) in Gefahr? "Das kann ich jetzt so nicht beantworten", sagte Luitz, der nach seinem Kreuzbandriss bereits Olympia 2018 verpasst hatte, "ich hoffe natürlich nicht. Es fühlt sich nicht so schlecht an, aber ich kann nicht in meine Schulter reinschauen."

Ein WM-Aus von Medaillenkandidat Luitz würde den schwer angeschlagenen Deutschen Skiverband (DSV) ins Mark treffen.

"Ich dachte immer, es geht nicht mehr schlechter. Aber es gibt jedes Mal doch noch eine Steigerung, "

sagte der zerknirschte Alpindirektor Wolfgang Maier zum anhaltenden Verletzungspech seiner Mannschaft, der unter anderem die Abfahrer Thomas Dreßen und Andreas Sander nach Kreuzbandrissen fehlen.

Luitz zeigte nach Sauerstoff-Affäre einen guten ersten Lauf

Dabei schien es Luitz in Adelboden gelungen zu sein, die leidige Sauerstoff-Affäre zu verdrängen, in der er nach wie vor um seinen Weltcup-Sieg von Beaver Creek kämpft. Maier sagte:

"Ich glaube, dass Stefan das Thema so weggepackt hat, dass es für die Art und Weise, wie er Ski fährt, keine Rolle mehr spielt. "

Prompt zeigte Luitz beim wohl schwierigsten Riesenslalom einen starken ersten Lauf, als Vierten trennten ihn nur 0,22 Sekunden von der Spitze.

Video - Starker 1. Lauf von Luitz: Sieg in Adelboden in Reichweite

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Im Finale wollte er "voll auf Angriff" fahren. Doch das Vorhaben, anders als beim ersten Mal "gleich zu attackieren", ging gründlich schief: Luitz rutschte nach wenigen Fahrsekunden bei einem Linksschwung weg. Er sagte:

"Ich habe mit der Schulter versucht, nochmal hochzudrücken, und gleich gemerkt: da ist was."

Maier reagierte mit Flüchen und einer wegwerfenden Handbewegung, Luitz wartete mit bedröppelter Miene und hängendem linken Arm auf den Unfall-Hubschrauber ins nahe Frutigen.

Luitz zunächst vor dem CAS gescheitert

Dass Österreichs "Kannibale" Marcel Hirscher seinen 66. Weltcup-Sieg vor Dauerrivale Henrik Kristoffersen (Norwegen) feierte, bekam er erst später mit. Als "Ergebnis des Riesenslaloms" zeigte Luitz auf Instagram Röntgenbilder von vor und nach dem Einrenken seiner Schulter.

Video - Sensationssieg! Luitz gewinnt Riesenslalom in Beaver Creek

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