Getty Images

Olympia 2018: Für Mikaela Shiffrin geht es beim Ski Alpin "nicht nur um Siege"

Shiffrin: "Es geht nicht nur um Siege"
Von SID

14/02/2018 um 23:43Aktualisiert 14/02/2018 um 23:44

Mikaela Shiffrin macht keinen Hehl daraus, dass sie bei Olympia möglichst viele Medaillen gewinnen will. Zunächst aber versucht sie, die jüngsten Rückschläge zu verarbeiten. Auf zwei Ausfälle folgte ein siebter Rang und anschließend ein kaum noch für möglich gehaltener Ausfall beim Slalom in Lenzerheide, wo sie drei Tore vor dem Ziel einfädelte.

Wie sie da so sitzt, gut erholt, bester Laune und redselig, sieht Mikaela Shiffrin nicht so aus, als habe sie gerade eine schwere Zeit durchgemacht. Oder als mache sie gerade eine schwere Zeit durch. Wobei - für ihre Verhältnisse waren die vergangenen Wochen eine ziemliche Katastrophe. Nun aber, betont die beste Ski-Rennläuferin der Gegenwart am Samstagvormittag in Pyeongchang, "fühle ich mich viel besser", und viel besser heißt für sie:

"Ich will Medaillen in allen Wettbewerben."

Nun ist noch nicht mal klar, ob die unglaubliche Miss Shiffrin in allen sechs Wettbewerben an den Start geht, erst mal will sie sich auf den Riesenslalom am Montag (10.15 Uhr OZ/2.15 Uhr MEZ live im Eurosport Player) konzentrieren. Dort gehört sie zu den großen Konkurrentinnen von Goldanwärterin Viktoria Rebensburg (Kreuth). Nach dem Slalom am Mittwoch dann will die 22 Jahre alte Amerikanerin entscheiden, "ob ich die Energie habe", die anderen Rennen anzugehen. Es ist freilich nicht davon auszugehen, dass sie schwächelt.

Shiffrin: zu viele Ausfälle

Obwohl zuletzt ja geradezu Ungeheurliches passierte. Nachdem die 22 Jahre alte Shiffrin die ersten fünf Rennen des Jahres gewonnen hatte und dabei ihre Saisonsiege sechs bis zehn einfuhr, ging der schier Unbesiegbaren plötzlich der Saft aus. Einem dritten und einem siebten Rang bei den Abfahrten in Cortina d'Ampezzo folgten: ein Ausfall, noch ein Ausfall, ein siebter Rang - und dann ein kaum noch für möglich gehaltener Ausfall beim Slalom in Lenzerheide, wo sie drei Tore vor dem Ziel einfädelte.

Dies sei der Moment gewesen, sagt Shiffrin, als bei ihr die "Warnlichter angingen" - sie wusste jetzt, "dass sich etwas ändern muss". Für die dreimalige Weltmeisterin und Olympiasiegerin von 2014 im Slalom sowie Gesamtweltcupsiegerin hieß das: mach' mal Pause. Der Grund sei weniger die körperliche Müdigkeit gewesen, "die spürst du die ganze Saison über, täglich", sagt sie. Nein, was sie da aus der Bahn geworfen habe, sei die mentale Müdigkeit gewesen, "und das ist das Härteste für mich".

Zurück zu den Wurzeln

Die letzten Weltcup-Rennen vor Olympia in Stockholm sowie Garmisch-Partenkirchen hat Shiffrin deshalb ausgelassen. Stattdessen reiste sie schon neun Tage vor der Eröffnungsfeier nach Pyeongchang, zur Erholung und zum Training, was bei Shiffrin dasselbe ist. "Ach, ich habe nichts Besonderes gemacht", betont sie, sechs, sieben Trainingseinheiten nur seien es gewesen, ein paar Tage freigemacht, sich ausgeruht, sich pflegen lassen, "ich bin ziemlich langweilig", behauptet sie.

Sich ausgerechnet bei Olympia wiederzufinden, ist eine Kunst - oder ganz einfach. "Ich habe mich ein bisschen auf meine Wurzeln besonnen", sagt Shiffrin, "ich habe mich daran erinnert, dass es nicht nur um Siege geht." Nein? Nein! "Ich bin hier, weil ich diesen Sport liebe, weil ich es liebe, mich zu verbessern, und ich liebe das Gefühl, wenn ich Rennen fahre." Und der große Erwartungsdruck? "Ich fühle keinen externen Druck. Den Druck mache ich mir selbst." Sagt sie. Und lacht.

You're using a browser with settings that do not support playback of this video.

Click the link below to view supported browsers and find out about other options available to view this content.

Eurosport Supported Browsers

Video - So lief Kalla zum ersten Gold in Pyeongchang

01:42
0
0
Neueste Videos