Opinion
Ski Alpin

Hirscher macht alles richtig: Rücktritt zum perfekten Zeitpunkt

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Marcel Hirscher

Fotocredit: Getty Images

VonThomas Janz
05/09/2019 Am 06:27 | Update 05/09/2019 Am 11:55
@Thomas_Janz

Eine einzigartige Sportlerkarriere ist zu Ende: Marcel Hirscher stellt seine Ski nach acht Gesamtweltcupsiegen in mehr als zwölf Jahren in den Keller und erklärt seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport. Mit Hirscher geht ein Vollprofi und Siegertyp, für den Menschlichkeit und Freundlichkeit, neben der Perfektion auf der Skipiste, stets im Vordergrund stand.

So begründet Hirscher seinen Rücktritt: Die PK in voller Länge

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Ein Kommentar von Thomas Janz

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Die Nervosität war dem Salzburger ins Gesicht geschrieben, als er das offene Geheimnis, das in den letzten 14 Tagen durch die Medien geisterte, endlich selbst aussprechen konnte. "Es ist keine große Überraschung mehr, aber jetzt ist es raus".

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Der weltbeste Ski-Rennläufer der Neuzeit ist sich auch bei seinem Abschied von der großen Bühne treu geblieben. Hirscher beendete seine Laufbahn im Salzburger "Gusswerk" im Scheinwerferlicht ebenso professionell wie er noch vor wenigen Monaten durch den Stangenwald carvte. Der 30-Jährige beantwortete 64 Minuten lang geduldig und mit Bedacht die Fragen der zahlreichen Journalisten, die aus ganz Europa in die Mozartstadt gereist sind, um den Skistar gebührend zu verabschieden.

Siegertyp Hirscher stellt Konkurrenz in den Schatten

Besessen auf der Suche nach der letzten Hundertstelsekunde hat Hirscher über die Jahre hinweg seine ganze Energie in seine große Leidenschaft, den Skisport, gesteckt. Hirscher war ein Siegertyp. Einer, für den Platzierungen jenseits der höchsten Stufe auf dem Siegerpodest keine Option waren. Sein Drang nach ganz oben, sein Trainingsfleiß und seine Akribie im Setup von Ski und Schuh waren so groß, dass er nahezu immer und zu jeder Zeit voll da war.

Die Konkurrenz geriet im Duell gegen den Olympiasieger und Weltmeister zumeist ins Hintertreffen. Felix Neureuther kann ein Lied davon singen. "Der unbedingte Wille, den Gesamtweltcup auch zum achten Mal zu gewinnen, zeichnet Marcel Hirscher aus", adelte Neureuther seinen ewigen Widersacher vor wenigen Wochen im Eurosport-Interview und gestand ein:

Hätte ich die große Kugel zweimal gewonnen, hätte ich mich dann auch Mal für einen anderen gefreut, der den Gesamtweltcup holt. Und ich glaube, das ist bei ihm nicht so.

Hirscher tritt zum richten Zeitpunkt ab

Marcel Hirscher wollte jedes Rennen gewinnen. Marcel Hirscher hat quasi alles gewonnen.

Nun ist es Zeit, ein zweites Kapitel im Leben des Jahrhundertskifahrers aufzuschlagen. Auch hier hat Hirscher zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung getroffen - gegen den Skisport, für mehr Freizeit mit Ehefrau Laura und dem gemeinsamen Sohnemann. Seine krankheitsbedingte Erschöpfung bei der Ski-WM in Are hat gezeigt: Hirscher war am absoluten Limit, sein Akku angegriffen.

Mit Marcel Hirscher geht ein Vollprofi, ein Star ohne Allüren, für den Menschlichkeit und Freundlichkeit auch im Umgang mit den Journalisten stets im Vordergrund stand. Nun tritt er ab - auf der Suche nach dem perfekten Schwung ins ganz normale Leben.

Chapeau! Servus Marcel

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