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Ski-WM 2019 in Are | Deutsches Team knapp an Medaille vorbei

Mit Video | "Brutal!" Deutsches Team verpasst Medaille
Von SID

12/02/2019 um 17:45Aktualisiert 12/02/2019 um 20:01

Das deutsche Team hat die greifbar nahe erste Medaille bei der Ski-WM in Are knapp verpasst. Im Team-Wettbewerb unterlag das DSV-Quartett der italienischen Mannschaft in einem dramatischen Duell 1:3, als Linus Straßer auf dem Weg zum Sieg einfädelte und Bronze vergab. Den WM-Titel machten Österreich und die Schweiz unter sich aus, Gold ging beim 2:2 nach Zeitaddition an die Eidgenossen.

Video - Erst Jubel, dann Frust: DSV-Asse verpassen Bronze im Team-Wettbewerb

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In Achtelfinale gegen Großbritannien (3:1) und im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Frankreich (3:1) hatte die deutsche Mannschaft jeweils eine eindrucksvolle Leistung gezeigt. Im Halbfinale verpasste das DSV-Quartett mit Lena Dürr, Christina Geiger, Linus Straßer und Anton Tremmel anschließend gegen Olympiasieger Schweiz nach einem 2:2 in den vier Duellen das Finale erst nach der Addition der besten Laufzeiten um 0,20 Sekunden.

Von Bronze zu "Blech" in Sekunden

Der emotionale Absturz vom Jubel über Bronze bis zum Entsetzen über "Blech" dauerte nur wenige Sekunden: Linus Straßer hatte beim Kampf der deutschen Skirennläufer um die erste Medaille bei der WM in Are/Schweden im letzten der vier Duelle gegen Italien gerade mit großem Vorsprung die Ziellinie überquert, auf der Videowand stand "GER Bronze Medal", Straßers Teamkollegen Christina Geiger, Lena Dürr und Anton Tremmel lagen sich bereits in den Armen - dann aber erstarrten sie alle miteinander.

Kaum waren die deutsche Fahne und "GER Bronze Medal" von der großen Videowand verschwunden, wurde plötzlich die Wiederholung des Laufs von Straßer eingeblendet: Der starke Münchner hatte eindeutig an einer Torstange eingefädelt - Disqualifikation, 1:3 statt 2:2. Straßer ließ umgehend und fassungslos den Kopf sinken, WM-Novize Tremmel musste trösten. Italien jubelte über Bronze im Mannschaftswettbewerb. Olympiasieger Schweiz, im Halbfinale gegen Deutschland nur hauchdünner Sieger, setzte sich im Finale um Gold gegen Österreich durch.

Video - Schweiz schlägt Österreich im Duell um WM-Gold im Team-Wettkampf

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Pechvogel Straßer wusste erst gar nicht, wie er seine Gefühle sortieren sollte. "Ich war mir im ersten Moment nicht ganz sicher. Dann bin ich unten gewesen, war disqalifiziert und dachte, ich muss eingefädelt haben. Bei uns stand aber trotzdem Bronze da und dann ... keine Ahnung, jetzt weiß ich nicht. Vierter. Scheiße", sagte der bis dahin hervorragende Münchner.

"Wir verlieren als Team, aber das ist brutal", sagte Dürr. Geiger ergänzte:

"Das ist einfach der beschissenste Platz."

Zum WM-Auftakt hatte bereits Viktoria Rebensburg im Super-G als Vierte nur um 0,02 Sekunden Bronze verpasst.

Deutschland besiegt Titelverteidiger

Für die Deutschen war es das brutale Ende eines kühnen Medaillen-Traums, den sie bis zur letzten Fahrt von Straßer mit imposanten Leistungen gelebt hatten. Ein 3:1 in der ersten Runde gegen Großbritannien - das war eine Pflichtübung. Dann aber folgte im Viertelfinale ein 3:1 gegen Titelverteidiger Frankreich, dabei gewann Geiger gegen Riesenslalom-Weltmeisterin Tessa Worley und Straßer gegen Slalom-Senkrechtstarter Clement Noel.

Schon im Halbfinale gegen die Schweiz hatten die vier Deutschen dann Pech - und schon da war Straßer der Unglücksrabe: Nach den vier Duellen hatte es 2:2 gestanden, in der Addition der jeweils besten Laufzeiten bei Frauen und Männern aber war der deutsche Schlussläufer um 0,20 Sekunden gegen Ramon Zenhäusern zu langsam gewesen - unter anderem, weil er im gewonnenen Duell auf Biegen und Brechen gegen den langen Schweizer beinahe aus dem Kurs geflogen wäre.

"Da musste ich mein letztes Hemd riskieren", erläuterte Straßer.

Die deutsche Mannschaft verkaufte sich allerdings teuer und wesentlich besser als bei den beiden vergangenen Weltmeisterschaften: In St. Moritz 2017 (gegen die Slowakei) und Beaver Creek 2015 (gegen Kanada) war jeweils schon in der ersten Runde Schuss gewesen. Dabei hatte sich die Mannschaftsleitung jeweils bei der Aufstellung verpokert.

Beim ersten WM-"Team Event" 2005, damals noch in einem anderen Modus ausgetragen, hatte das Team des DSV Gold gewonnen, 2013 gab es nach dem neuen Modus Bronze. Beim Olympia-Debüt des Wettbewerbs 2018 in Pyeongchang erreichte die deutsche Auswahl nach dem Scheitern im Viertelfinale gegen die Schweiz Rang fünf.

Video - "Start-Stopp!" Falscher Läufer am WM-Start

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