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Ski WM 2019 in Are: Marcel Hirscher ist trotz Krankheit Goldkandidat im Riesenslalom

Hirscher-Krankheit bereitet Österreich Kopfschmerzen
Von SID

14/02/2019 um 12:01Aktualisiert 14/02/2019 um 12:40

Österreich steht bei der Ski-WM noch ohne Gold da. Jetzt kann nur noch Marcel Hirscher helfen - doch, ach: Der größte Held der Skination kränkelt vor dem Riesenslalom. Von seiten des Pressesprechers gab es schnell Entwarnung. Der Olympiasieger ist einsatzbereit und bleibt trotz seiner Erkältung Goldfavorit Nummer eins. Sorgen bereitet vor den technischen Disziplinen aber auch das Wetter.

Der österreichische Kurier brachte die große Not der Skination in nur vier Worten auf den Punkt. "Hilfe, Hirscher hat Halsweh!", hieß es auf der Titelseite des Blattes. Auch die Kronenzeitung litt. "Verkühlung! Hirscher lässt Österreichs Ski-Fans zittern", war da über "unsere Gold-Hoffnung" zu lesen. Was war passiert?

Am Mittwochnachmittag wurde es plötzlich hektisch im Medienzentrum von Are. Marcel Hirscher, Österreichs größter Ski-Held und letzte Hoffnung auf Gold bei der WM in Schweden, könne nach seiner Ankunft nicht wie geplant vor die Presse treten, hieß es. Eine Erkältung. "Er kam, sah und ging ins Bett", schrieben die Salzburger Nachrichten.

Hirscher schont sich

Ausgerechnet Hirscher! Ausgerechnet jetzt, da die skiverrückte Alpenrepublik vor den Torläufen noch ohne Goldmedaille dastand. "Zwei mach ma no", hatte Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel gesagt - und dabei natürlich vor allem an Hirscher gedacht. Doch anstelle des Doppel-Olympiasiegers von Pyeongchang trat dessen Pressesprecher Stefan Illek vor die erschütterten Korrespondenten.

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"Es ist eine Erkältung und Halsweh", berichtete Illek ruhig, "wenn er sich zum Medientermin setzt und eine Stunde lang redet, wird das nicht besser. Besser, er gibt a Rua." Würde Hirscher am Freitag im Riesenslalom und am Sonntag im Slalom starten können? Aber ja:

"Das Ganze ist undramatisch, es ist nicht so, dass er im Bett liegt und Infusionen im Arm hat."

Und doch: Österreich sieht das "Projekt Blitz-WM" gefährdet, in dem "der eilige Marcel" laut Krone in nur 100 Stunden Are ("rein - und gleich wieder raus") mit zwei weiteren WM-Goldmedaillen die Legende Toni Sailer überflügeln soll. Denn nicht nur Hirscher schwächelt, auch das Wetter im Jämtland gibt Anlass zur Sorge: Es taut, dazu bläst der Wind über den Berg Areskutan. Ob die erwartete Kaltfront rechtzeitig eintrifft, um für reguläre Verhältnisse zu sorgen, ist offen.

Papa Hirscher als Geheimwaffe

Während die Skination aufgeregt jeden Schritt ihres Idols verfolgt (zum Frühstück Müsli, "Knusper mit Schokostückchen", sagt Illek), hofft sie auf Papa Hirscher und dessen Geheimwaffe: Ferdl Hirscher hat auch in Are sein legendäres rotes Büchlein dabei, in dem er akribisch Material und Schneeverhältnisse notiert. Hirscher junior höchstpersönlich hatte erst vor wenigen Tagen versichert, man habe bereits "genug Erkenntnisse" über Are gesammelt.

Dennoch hat er auf die WM-Kombination am Montag verzichtet, "um mehr Zeit für meine Familie zu haben". Der 29-Jährige ist seit vergangenem Herbst selbst Vater eines Sohnes, Skifahren für ihn nicht mehr die unangefochtene Nummer eins. Es ist daher nicht auszuschließen, dass er die Bretter im Frühjahr in die Ecke stellt - nicht auszudenken, wie sehr sein Rücktritt die Skination erschüttern würde.

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