Ein Formtief zur Unzeit. Aber, behauptete Straßer im dichten Schneetreiben kämpferisch: "Das ist keine Krise, da muss man ganz cool bleiben." Sein Rezept? "Jetzt heißt es dranbleiben." Und zwar bei der WM-Generalprobe am Wochenende in Chamonix, wo die letzten beiden Slalom-Rennen vor den Titelkämpfen in Cortina d'Ampezzo (8. bis 21. Februar) anstehen: "Da freue ich mich drauf."
Der Hang in Chamonix gilt gemeinhin als technisch wenig anspruchsvoll, umso enger dürfte es dort allerdings in der ohnehin äußerst dichten Weltspitze zugehen. "Linus kann da pfeilschnell sein", sagte Neureuther im "BR". Aber auch der einst beste deutsche Skirennläufer weiß: "Zwei Einfädler hintereinander, das macht was mit einem. Da passiert irgendwas im Kopf."
Und so soll Chamonix auch die Antwort auf die Frage bringen, wie gefestigt Linus Straßer mental ist. Der Kopf galt über Jahre als Schwäche des hoch talentierten Skitechnikers, weil es ihm nicht gelang, sich von den äußeren und vor allem den eigenen Erwartungen frei zu machen. Spätestens in diesem Winter mit dem Sieg in Zagreb und Rang zwei in Adelboden schien das Problem überwunden.
Zagreb
Straßer exklusiv: "So etwas habe ich im Weltcup noch nie gesehen"
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Es folgte ein starker fünfter Rang in Flachau. Doch jetzt kam binnen zehn Tagen das Aus beim zweiten Rennen dort und jenem auf der sehr schwierigen Planai. Straßer bekennt: "Mir ist in den letzten beiden Rennen ein bisschen die Luft ausgegangen." Es habe sich bemerkbar gemacht, dass ihm wegen seiner Oberschenkelverletzung drei Monate Vorbereitung fehlen, "vom Mentalen, aber auch vom Material her".

Straßer startet Aufholjagd - und fädelt wieder ein

Straßer fehlen "Spritzigkeit und Leichtigkeit"

Dass Straßer schon im ersten Lauf von Schladming Probleme mit seinem "Setup" hatte, war offensichtlich. Mit Zwischenrang 27 war er da weit unter seinen Möglichkeiten geblieben. Neureuther analysierte, seinem Nachfolger habe "Spritzigkeit und Leichtigkeit gefehlt. Das ist vom Start bis ins Ziel nicht das geschmeidige, befreite Skifahren, das ihn in den letzten Rennen ausgezeichnet hat."
Für Straßer geht es nun darum, das Gefühl der Lockerheit schnellstmöglich wieder zu finden. "Es war klar, es geht nicht immer nur hinauf, es kann auch mal schwierige Phasen oder Rennen geben", sagte er. Für die WM sei ihm nicht bange: "Einfädler passieren."
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(SID)

"Mit Tränen in den Augen!" So holte Straßer seinen ersten Slalom-Sieg

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