Die Pokal-Blamage seiner Bayern trübte die gute Laune von Thomas Dreßen nur kurzfristig. Natürlich habe er auf der Couch am Mittwochabend mitgefiebert, berichtete der beste deutsche Abfahrer, "entsprechend war meine Stimmung, was für meine Freundin immer super ist". Grundsätzlich aber steht es um die Gemütsverfassung des Reha-Patienten bestens.
Aus gutem Grund: Dreßen, das verriet er am Donnerstag bei einer Presserunde, darf trotz seiner Hüft-OP noch auf die WM hoffen. "Klar ist die WM ein Thema, eine WM ist immer Thema", sagte der 27-Jährige: "Mein Ziel war es von Anfang an, dass ich heuer nochmal Rennen fahre - am besten natürlich bei der WM."
Der Saisonhöhepunkt im italienischen Cortina d'Ampezzo findet vom 8. bis 21. Februar statt. Ein völlig gesunder Dreßen wäre in Super-G (9.2.) und Abfahrt (14.2.) ein Medaillenkandidat und sogar Gold-Anwärter.
Flachau
Shiffrin schreit vor Glück: Beim 68. Mal ist alles anders
13/01/2021 AM 16:12
Für derartige Träume, das machte Dreßen allerdings klar, ist es viel zu früh. Er will bei seiner Rückkehr nichts überstürzen. "Ich muss nicht auf Teufel komm raus bei der WM dabei sein, da zählt das Langfristige mehr", sagte er. Schließlich finden im kommenden Winter die Olympischen Spiele in Peking statt.

Dreßen über Comeback: "Muss mir zu 100 Prozent sicher sein"

Bevor er seine Rennski wieder unterschnalle, "muss ich mir zu 100 Prozent sicher sein, dass ich mir die Belastung Skifahren zutraue", betonte Dreßen. Doch der Modellathlet strahlte schon wieder richtig Lust auf Schnee aus - nicht nur wegen seines T-Shirts, das ein atemberaubendes Bergpanorama zeigte.
Zuletzt habe es immerhin schon für Langlaufen und eine Skitour gereicht, berichtete Dreßen mit einem Schmunzeln, letztere jedoch nur bergauf, "bergab habe ich die Gondel genommen". Natürlich mit Maske, obwohl auch ihn die Pandemie nervt: "Du wirst ja nur noch bombardiert, und jeder weiß alles besser."
Auch wegen seiner Hüfte ist Dreßen auf die Expertise anderer angewiesen. Kommende Woche steht in München eine Kontrolle an, nach der der Zeitpunkt für ein mögliches Ski-Comeback bestimmt werden soll. Er sei optimistisch, betonte Dreßen, die Hüfte fühle sich "super an".

Dreßen schließt zweite OP aus

Darin ist bei der OP im November aber ein Gelenkkörper verblieben, der einen zweiten Eingriff erzwingen könnte. Daran, betonte Dreßen, verschwende er jedoch "keinen Gedanken".
Zu glatt, ja besser als erwartet sei die Reha bisher verlaufen: Er sei schmerzfrei und stehe körperlich wie konditionell "super da", meinte Dreßen. "Einfach irgendwo runterwedeln" wie neulich beim Langlaufen "traue ich mir schon zu". Nach Meinung seines Physiotherapeuten sei dabei schon zu spüren gewesen, "dass der Wunsch nach Geschwindigkeit da ist".
Wirklich stillen kann der Formel-1-Fan ihn aktuell aber nicht. Und so analysiert er die Rennen der Konkurrenz am TV oder freut sich mit dem neuen Slalom-"König" Linus Straßer ("richtig cool"). "Je mehr Sport im Fernsehen kommt, desto besser", sagte Dreßen, "das normale Programm kannst du dir ja nicht anschauen, da kommt nur noch Blödsinn."
Das könnte Dich auch interessieren: Neue Verlegung: Keine Slaloms in Kitzbühel
(SID)

Erster Saisonsieg im Slalom: Shiffrin brilliert in Flachau

Ski Alpin
"Ziemlich gute Show": Braathen nimmt üblen Sturz mit Humor
12/01/2021 AM 11:43
Ski Alpin
Maier bei Dreßen-Rückkehr zuversichtlich: "Er weiß genau, was er tut"
18/07/2021 AM 14:31