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Marcel Hirscher siegt in Zagreb, Felix Neureuther mit Aufholjagd

Mit Video | Hirscher siegt in Zagreb, Neureuther "wirklich auf einem guten Weg"
Von SID

06/01/2019 um 16:28Aktualisiert 06/01/2019 um 17:35

Weltmeister Marcel Hirscher aus Österreich hat seine Mini-Krise überwunden und den Slalom am Bärenberg in Zagreb gewonnen. Der Riesenslalom-Olympiasieger gewann mit 0,60 Sekunden Vorsprung auf Alexis Pinturault aus Frankreich. Dritter wurde Hirschers Landsmann Manuel Feller (+0,62). Felix Neureuther (+1,85) belegte nach starker Aufholjagd im zweiten Lauf den achten Rang.

Video - Starke Aufholjagd: Neureuther fährt in die Top10

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Als am Bärenberg bei Zagreb bereits die Dämmerung einsetzte, blickte Felix Neureuther schon wieder ein wenig zuversichtlicher in die Zukunft. Angesichts "der ganzen Vorgeschichte" mit Kreuzbandriss, Daumenbruch, Schleudertrauma und so weiter "bin ich wirklich auf einem guten Weg", sagte der 34 Jahre alte Routinier nach seinem achten Platz beim ersten Weltcup-Slalom des neuen Jahres.

"Ich muss jetzt Schritt für Schritt gehen - und dann bei der WM einen raushauen."

Video - "Ein bisschen übermotiviert": Neureuther patzt im 1. Lauf

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Der Slalom bei besagter WM im schwedischen Are (3. bis 17. Februar) findet erst am letzten Tag statt, doch bis dahin hat Neureuther Nachholbedarf. "Ich muss stabiler werden, ich brauche die Zeit, der Rückstand ist schon noch zu groß", sagte er.

Neureuther anfangs noch voller Zweifel

In der Tat lagen zwischen ihm und Marcel Hirscher, der zu seinem 64. Weltcupsieg, den 30. in einem Slalom fuhr, üppige 1,83 Sekunden. Das lag vor allem daran, dass Neureuther der erste Lauf missriet. Danach war er zunächst 23. gewesen - und voller Selbstzweifel.

Video - Hirscher fährt am Limit zum Sieg in Zagreb

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"Mir fehlt einfach die Sicherheit, die Selbstverständlichkeit ist noch nicht so da, deswegen mache ich Fehler, die ich sonst nicht mache", stellte Neureuther fest, der Lauf im Finale aber machte ihm Mut: "Das war sehr positiv. Ich bin streckenweise sehr schnell", er könne dies aber noch nicht konstant in zwei Läufen umsetzen. "Ich bin im Soll, muss aber schon schauen, dass ich aufs Podium komme", sagte er und betonte: "Ich bin mir absolut sicher, dass mir das noch mal gelingt."

Bis zur WM bleibt nicht viel Zeit, Neureuther weiß, dass er sich "die Sicherheit auch im Rennen holen muss". Dies bleibt eine Gratwanderung. Deshalb, ergänzte er, dürfe er nun auch nichts mit Gewalt machen, "ich muss kleine Schritte machen zur WM hin und nicht versuchen, alles auf einmal zu machen." Wenn ihm dies gelinge bei den nun anstehenden Rennen in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming, "dann schaut's für die WM ganz gut aus", versicherte er schmunzelnd.

DSV-Slalomteam in Zagreb gebeutelt

Neureuther war am Bärenberg schließlich der einzige Lichtblick in einer ansonsten enttäuschenden deutschen Slalom-Mannschaft. Dominik Stehle verpasste das Finale, Linus Straßer wurde wegen zu großen Zeitrückstands nach dem ersten Lauf disqualifiziert. David Ketterer, Sebastian Holzmann und Fritz Dopfer schieden im ersten Lauf aus. Stefan Luitz, mit der hohen Startnummer 49 zunächst überraschend auf Rang 22 vorgefahren, schied im Finale aus.

"Man merkt schon, dass jeder im Team seine eigene Baustelle hat, dass jeder mit seiner eigenen Situation zurecht kommen muss", sagte der seit Saisonbeginn enttäuschende Straßer. Es fehle, mutmaßte er, "vielleicht ein bisschen der Spaß an der Freude". Er selbst kam sich nach seinem schweren Patzer im ersten Lauf vor "wie ein Anfänger", versicherte aber: "Ich glaube fest daran, dass ich die kurve kriege, ich weiß nur nicht, ob in dieser Saison oder der nächsten."

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