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Ski Freestyle - Kea Kühnel will Olympia-Chance nutzen: "Alles mitnehmen"

Kühnel will Olympia-Chance nutzen: "Alles mitnehmen"
Von SID

18/11/2017 um 10:51Aktualisiert 18/11/2017 um 11:59

Kea Kühnel startet in Mailand in die Weltcup-Saison. Die 26 Jahre alte Slopestyle-Spätstarterin will Wettkampferfahrung sammeln, um sich den Traum von Olympia 2018 in PyeongChang zu erfüllen.

Der Wassersport hat Kea Kühnel nie gepackt, auch wenn es in Bremerhaven naheliegend gewesen wäre. "Wir sind immer schon in die Berge gefahren, haben die Ferien immer im Schnee verbracht", sagt die Slopestyle-Spezialistin. Während es die Schulkameraden zum Segeln oder Kiten zog, stand Kühnel Hunderte Kilometer weiter südlich auf den Brettern.

Kühnel ist der Neuling im Freeski-Nationalteam des Deutschen Skiverbandes (DSV) - trotz ihres "fortgeschrittenen" Alters von bereits 26 Jahren. Erst eine Weltcup-Saison hat die Studentin der Sinologie (Chinawissenschaften) absolviert, ein Ticket für die Olympischen Spiele 2018 ist trotzdem in Reichweite.

"Die Chance ist auf jeden Fall da und ich versuche sie auch wahrzunehmen", sagt Kühnel im Gespräch mit den SID. Mit dem Big-Air-Weltcup in Mailand am Samstag startet die Weltenbummlerin in die Saison. "Was mir am meisten fehlt, ist Contesterfahrung. Deswegen muss ich jetzt alles mitnehmen, ich will mich nicht nur auf Slopestyle konzentrieren", sagt Kühnel. Big Air ist nicht Teil des olympischen Programms.

Erst mit 22 entdeckte Kühnel ihre große Leidenschaft. Nach zwei Jahren in China kehrte sie nach Europa zurück und fuhr mit ihren Eltern ins schweizerische Laax. "Dort habe ich dann das erste Mal das Parkfahren so richtig beobachtet und mir gedacht: Voll cool, vielleicht kann ich das ja auch."

Kurzentschlossen zog Kühnel nach Innsbruck, begann ein Studium der Wirtschaftswissenschaften und verbrachte die freie Zeit auf dem Berg. Bei den Drehungen, Sprüngen und Salti half die jahrelange Erfahrung aus dem Wettkampf-Turnen. Doch auch die vielen Auslandsaufenthalte machten sich bezahlt.

"Ich habe gelernt, selbstständig und diszipliniert zu arbeiten. Wenn ich etwas will, setze ich alles daran, das auch zu schaffen", so Kühnel, die sich als sehr ehrgeizig beschreibt. Unter den Jungs im Nationalteam hat sie es nicht immer leicht. "Ich weiß, dass ich manchmal ein bisschen zu kurz komme als einziges Mädchen. Das kompensiert mein Freund aber ganz gut."

Severin Guggemoos unterstützt Kühnel, wo er kann. Der 29-Jährige hat selbst eine Menge Freeski-Erfahrung und fährt auch mal als Trainer mit zu Wettkämpfen. Bis zur Nominierungs-Deadline am 21. Januar 2018 bieten sich noch drei Gelegenheiten, die Qualifikations-Kriterien zu erfüllen.

Auf den ersten Slopestyle-Weltcup im Stubai vom 24. bis 26. November bereitet sich Kühnel bereits seit Wochen vor. Bei den "Prime Park Sessions" können die Nationalteams schon die Wettkampfstrecke testen. "Hier können wir uns optimal einfahren. Die Konkurrenz ist auch da und man kann sich schon mal ein bisschen orientieren, wo man selbst so liegt und auch Selbstvertrauen tanken", so Kühnel.

Zunächst geht es aber um eine gute Leistung in Mailand. "Ich freue mich, wieder Wettkampfluft zu schnuppern", sagt Kühnel. Wenn es dann auch noch für das Finale reichen sollte, wäre das ein "echtes Sahnehäubchen".

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