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Nach weiteren Sperren: Wladimir Putin wittert US-Verschwörung

Nach weiteren Sperren: Putin wittert US-Verschwörung
Von SID

09/11/2017 um 18:31

Nach den lebenslangen Olympia-Sperren für vier weitere russische Skilangläufer warf Wladimir Putin den Vereinigten Staaten vor, den Dopingskandal zur Diskreditierung der russischen Regierung zu nutzen. "Als Antwort auf unsere angebliche Störung ihrer Wahlen, wollen sie jetzt Probleme bei unseren Präsidentschaftswahlen verursachen", sagte Putin, der im kommenden März seine vierte Amtszeit anstrebt.

Nach Olympiasieger Alexander Legkow und seinem Teamkollegen Jewgeni Below hatte das Internationale Olympische Komitee zuvor weitere Loipenstars dauerhaft aus dem Verkehr gezogen. Prominentester Sportler aus diesem Quartett ist Maxim Wylegschanin (35), zweimaliger Silbermedaillengewinner bei den Winterspielen in Sotschi 2014, darunter der zweite Platz über 50 Kilometer hinter Legkow.

Außerdem wurden Alexej Petuchow (34), Weltmeister 2013 im Teamsprint, Julia Iwanowa (32), WM-Dritte 2013 mit der Staffel, und Jewgenija Schapowalowa (31) gesperrt. Das IOC bestätigte am Donnerstagabend die Sanktionen, in einem fünften Fall sah die Kommission von einer Sperre ab, da keine hinreichenden Nachweise eines Vergehens vorlagen. Das IOC teilte mit, zeitnah eine Urteilsbegründung zu liefern.

Zuvor hatte bereits Russlands Skiverband über die Urteile informiert. Putin verurteilte die Sperren und sagte, dass Hinweise auf Sabotage kein Beweis von Schuld seien. Ohne die Namen der Langläufer zu nennen, erklärte der Präsident, dass die Regierung Doping nie unterstützt oder vertuscht habe. Die Welt-Anti-Doping-Agentur gab am Donnerstag bekannt, dass sich an ihrem Kurs nichts geändert habe. "Die Untersuchungen von Richard Pound und Richard McLaren haben weitverbreitetes Doping in Russland enthüllt.

Die WADA steht weiter nachdrücklich hinter den Ergebnissen und den Maßnahmen, die die WADA als Konsequenz daraus eingeleitet hat", teilte die WADA auf SID-Anfrage mit. Am Mittwoch hatte die in Russland zuständige Untersuchungskommission ihre eigenen Ergebnisse präsentiert und erklärt, keine Hinweise auf ein institutionalisiertes Dopingsystem gefunden zu haben. Die Vorwürfe seien "widerlegt", hieß es in einer Mitteilung des Komitees. Als Reaktion auf die Untersuchungen von Pound hatte die WADA die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA im November 2015 suspendiert.

Zugang zu Dopingproben gefordert

In der kommenden Woche soll auf einem Treffen der höchsten WADA-Gremien in Seoul auch über eine mögliche Wiederaufnahme der RUSADA diskutiert werden. Dies ist auch Voraussetzung für das Ende des Ausschlusses der russischen Leichtathleten aus dem Weltverband IAAF. Bei den Olympischen Spielen hatte bis auf eine Ausnahme kein russischer Leichtathlet teilnehmen dürfen.

Eine Wiederaufnahme der RUSADA scheint allerdings nach dem Ende der russischen Untersuchung unwahrscheinlich. Als Voraussetzung dafür fordert die WADA unter anderem von den zuständigen Organisationen in Russland die öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports und den Zugang zu weiteren Dopingproben im Moskauer Labor. Beide Kriterien sind derzeit nicht erfüllt. Die WADA unterstrich in ihrer Mitteilung, dass beide "Schlüsselkriterien" vor den Treffen in der kommenden Woche unverändert Gültigkeit hätten.

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