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Olympia 2018 - Langlauf: Der Finne Iivo Niskanen gewinnt den Langlauf-Marathon

Mit Video | Langlauf-Marathon: Niskanen holt erstes Gold für Finnland
Von SID

24/02/2018 um 10:47

Finnland bejubelt seine erste Goldmedaille in Pyeongchang: Iivo Niskanen sorgt in 2:08:22,1 Stunden für den Sieg im 50-Kilometer-Langlauf der Männer. Das Nachsehen hat der Russe Alexander Bolschunow. Ihm fehlen 18,7 Sekunden. Den spannenden Kampf um Bronze gewinnt überraschend Bolschunows Landsmann Andrej Larkow. Für Finnland ist es das vierte Olympia-Gold über 50 Kilometer, das erste seit 1960.

Wie ein Gespenst tauchte der Russe Alexander Bolschunow aus dem Nebel von Pyeongchang hinter Iivo Niskanen auf, doch mit letzter Kraft wehrte der Finne den Angriff ab: Im packenden olympischen Königsrennen über 50 km im klassischen Stil hat Finnlands Topstar Niskanen Gold geholt und damit vier Jahre nach dem skandalumwitterten Dreifach-Triumph von Sotschi einen erneuten Coup eines russischen Langstrecklers verhindert.

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Video - Finnland holt sein erstes Gold: Die Höhepunkte des 50-Kilometer-Langlaufs

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Bester eines deutschen Quartetts war Andreas Katz auf Platz 14. Der Schwarzwälder erreichte das Ziel mit dem letzten Tropfen Benzin, musste von zwei Betreuern gestützt werden und sich entkräftet übergeben.

Unschöne Erinnerungen an 2014

15-km-Weltmeister Niskanen, der fast die Hälfte des Rennens dem Feld enteilt war, setzte sich in einem mit unerbittlicher Härte geführten Kampf nach 2:08:22,1 Stunden mit 18,7 Sekunden Vorsprung auf Bolschunow durch, der es verpasste, den dreifachen Pyeongchang-Sieger Johannes Hösflot Kläbo als jüngsten Langlauf-Olympiasieger der Geschichte abzulösen. Kläbo hatte auch wegen "mangelnder Motivation" auf den Start verzichtet.

Hinter dem 21 Jahre alten Bolschunow, der seine vierte Medaille in Südkorea gewann, holte in Andrej Larkow (+2:37,5 Minuten) ein weiterer "Olympischer Athlet aus Russland" Bronze. Die erneut erstaunlich starken Läufer russischer Herkunft - Bolschunow hat im Weltcup einen dritten Platz als bestes Ergebnis auf dem Konto - weckten zeitweise unschöne Erinnerungen an die Spiele 2014 in Sotschi.

Damals hatten die drei Russen Alexander Legkow, Maxim Wylegschanin und Ilja Tschernoussow am Schlusstag ihrer Heimspiele im Fünfziger nach einer Machtdemonstration Gold, Silber und Bronze geholt. Ihre Medaillen erhielten sie während der Schlussfeier im Olympiastadion und damit auf der größtmöglichen Bühne.

Johnsrud Sundby schwer geschlagen

Legkow und Wylegschanin sind mittlerweile - wie nahezu die komplette erste Garde des nationalen Skilanglaufs - wegen des russischen Dopingskandals rund um die Spiele gesperrt worden. Auch deshalb gilt der Marathon von Sotschi als Sinnbild der riesigen Affäre um Russlands Machenschaften, die auch in Pyeongchang ständig ihre Nachwirkungen zeigt.

"Rennkatze" Katz hatte am Samstag nach einem leidenschaftlichen Kampf 5:10,2 Minuten Rückstand und kam damit noch vor dem Kasachen Alexei Poltoranin ins Ziel, der lange gemeinsam mit Niskanen an der Spitze gelegen hatte. Zweitbester Deutscher war Thomas Bing auf Platz 30 mit mehr als zehn Minuten Rückstand. Lucas Bögl kam mit einer Viertelstunde Verspätung als 46. ins Ziel. Jonas Dobler stieg aus.

"Bei so einem 50er muss man vor jedem, der durchkommt, den Hut ziehen. Das ganze ist einfach schweinehart", sagte Katz bei Eurosport und freute sich "auf ein Weißbier und das Bett". Für Bolschunow war es bereits die vierte Medaille in Südkorea, er hatte zuvor Silber in Staffel und Teamsprint sowie Bronze im Sprint gewonnen.

Dem deutschen Langlauf-Team bleibt somit nur noch eine Chance, um nicht erstmals seit 1998 ohne Medaille von Winterspielen zurückzukehren - die ist allerdings rein theoretischer Natur: Im 30-km-Rennen der Frauen wäre für Stefanie Böhler und Co, eine Platzierung unter den besten Zehn schon ein Riesenerfolg.

Schwer geschlagen wurden am Samstag einige der großen Favoriten: Norwegens Topstar Martin Johnsrud Sundby wurde als bester seines Landes Fünfter und muss weiter auf eine wichtige Goldmedaille im Einzel warten. Der Schweizer Dario Cologna kam mit fast viereinhalb Minuten Rückstand auf Platz neun. Der Kanadier Alex Harvey belegte als amtierender Weltmeister - in Lahti 2017 allerdings im freien Stil - Platz vier.

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