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Doping bei Nordischer Ski-WM | DSV nicht von Razzia betroffen: "Lage bei uns ruhig"

Doping-Razzia: "Deutsche Sportler nicht im Fokus"
Von SID

27/02/2019 um 17:29Aktualisiert 27/02/2019 um 17:43

Der Deutsche Skiverband (DSV) ist eigenen Angaben zufolge nicht von der derzeit laufenden Anti-Doping-Aktion bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld betroffen. "Ich kann bestätigen, dass bei uns die Lage ruhig ist. Es fanden keine Untersuchungen statt, weder im Teamhotel noch in Deutschland bei Institutionen, die den DSV vertreten", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach.

"Deutsche Sportler stehen bisher nicht im Fokus unserer Ermittlungen", sagte auch die Münchner Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

Schwarzbach hatte zudem betont, dass "nach unseren Erkenntnissen keiner aus unserem medizinischen Bereich in die Untersuchungen involviert ist. Wir haben nichts, was uns Anlass gegeben hätte zu denken, dass der DSV involviert ist."

Ähnlich äußerte sich Bundestrainer Peter Schlickenrieder bei Eurosport. "Der DSV ist überhaupt nicht involviert", so der 49-Jährige.

Er finde es "immens bedenklich, dass so nahe bei uns in einer ganzen Trainingsgruppe so etwas betrieben wird, ich bin schockiert", so Schlickenrieder im "ZDF" weiter: "Trotz des engmaschigen Kontrollnetzes passiert so etwas Schockierendes. Wir müssen alles tun, dass so etwas nicht mehr geschehen kann."

Schlickenrieder nannte die Vorfälle "traurig und schön zugleich. Schön, weil die Saubären, die beschissen haben, aus dem Verkehr gezogen wurden. Bei einigen sei er schon vor dem WM stutzig geworden: "Wenn jemand in einem Jahr eine Leistungssteigerung von sechs Prozent hat, kann etwas bei dem Kollegen nicht in Ordnung sein." Die beiden Österreicher seien sich "wohl zu sicher" gewesen: "Aber sie wollten bei der Heim-WM eine Medaille. Darum sag ich: Geschissen auf das ewige Gerede von Medaillenchancen. Es geht um mehr."

Deutsche Athleten reagieren betroffen

Auch die deutschen Athleten reagierten betroffen. "Das ist für den Sport nicht gut. Schwarze Schafe gibt es leider immer", sagte Sebastian Eisenlauer nach seinem Lauf: "Wichtig ist, dass sie knallhart entfernt werden. Wir können uns glücklich schätzen, wenn die raus sind." Lucas Bögl erklärte:

"Das stimmt mich extrem traurig. Es sind offenbar größere Probleme vorhanden, als ich gedacht habe. So macht es keinen Spaß."

Bei mehreren Razzien in Seefeld und in Deutschland waren nach Angaben des österreichischen Bundeskriminalamts (BK) am Mittwoch im Rahmen der "Operation Aderlass" insgesamt neun Personen festgenommen worden, darunter fünf Sportler. Wie das BK weiter mitteilte, sei die Gruppe dringend verdächtig, "seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen".