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Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld | Therese Johaug siegt im Skiathlon

Mit Video | "Traum wird wahr": Johaug mit Gala zum WM-Titel

23/02/2019 um 12:39Aktualisiert 23/02/2019 um 12:45

Therese Johaug hat bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld souverän den Skiathlon über 15 Kilometer gewonnen. Die Norwegerin setzte sich nach 7,5 km im klassischen und 7,5 km im freien Stil in einer Zeit von 36:54,5 Minuten vor ihrer Teamkollegin Ingvild Flugstad Oestberg (+57,6 s) und der Russin Natalja Nepryaeva (+58,7 s) durch. Beste Deutsche wurde Katharina Henning auf Rang 16 (+2:41,1 min).

Johaug machte von Beginn an Druck und setzte sich bereits im ersten, klassischen Teil des Rennens vom Feld ab. In der Skating-Technik ließ die 30-Jährige, die von Oktober 2016 bis April 2018 aufgrund einer Dopingsperre 18 Monate pausieren musste, dann nichts mehr anbrennen und distanzierte die Konkurrenz weiter.

Johaugs Vorsprung war der größte in einem WM-Rennen seit 1997, damals siegte die Russin Larissa Lasutina über 30 km mit einem Polster von 1:34 Minuten auf ihre Landsfrau Olga Danilowa.

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Nach ihrem Coup war die Ausnahmeläuferin sichtlich bewegt und erklärte:

"Ein Traum ist wahr geworden. Ich bin vor vier Jahren zuletzt bei einer WM gelaufen und bin jetzt wieder dabei. Meine Ski waren unglaublich heute."

Sie habe extrem hart gearbeitet während der vergangenen zwei Jahre und "nun hier als Erste über die Ziellinie zu laufen bei diesem Rennen, ist unglaublich", so Johaug im Eurosport-Interview.

"Ich musste wie ein Rowdy fahren"

Das deutsche Trio verpasste derweil die Top 15. Neben Henning auf Platz 16 waren Sofie Krehl, die mit einem Rückstand von 3:13,1 min auf Platz 25 landete, und Pia Fink, die als 30. einen Rückstand von 3:24,6 min hatte, am Start.

"Zwischendrin habe ich gedacht, ich sterbe. Ich musste wie ein Rowdy fahren, um wieder ranzukommen. Aber ich habe mich gefangen, und dann ist ein gutes Ergebnis rausgekommen", sagte Hennig.

Johaug setzt sich früh ab

Johaug hatte sich mit Astrid Jacobsen, Östberg und Neprjajewa schon kurz nach dem Start vom Feld abgesetzt, ab Kilometer vier lief sie ein einsames Rennen. Die schwedische Pyeongchang-Olympiasiegerin Charlotte Kalla landete vor den Augen ihres Königs Carl Gustaf und König Silvia auf Rang sechs, Johaugs Landsfrau Marit Björgen, die bei der WM 2017 gewonnen hatte, ist mittlerweile zurückgetreten.

Für Johaug, die wegen ihrer Zwangspause bei den Weltmeisterschaften 2017 und Olympia 2018 wegen einer Dopingsperre gefehlt hatte, war es im ersten WM-Rennen nach 1457 Tagen der insgesamt achte Weltmeisterschafts-Titel, der zweite im Skiathlon nach 2015. Norwegen hatte in Seefeld bereits die ersten beiden Langlauf-Entscheidungen im Sprint durch Maiken Caspersen Falla und Johannes Hösflot Kläbo gewonnen.

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