Johaugs Vorsprung von 2:34,2 Minuten auf ihre Landsfrau Weng nach einer Laufzeit von 1:24:56,3 Stunden war der größte der Weltmeisterschafts-Geschichte in einem Frauen-Rennen.
1964 hatte die sowjetische Staffel mit 2:06,8 Minuten Vorsprung vor Schweden gewonnen.
Katharina Hennig stürmte voran, brach böse ein, stürzte, lief mit letzter Kraft ins Ziel - und war am Ende nicht einmal die beste Deutsche: Ein verwegener Angriff auf eine Sensationsmedaille bei der Heim-WM in Oberstdorf hat für Deutschlands hoffnungsvollste Skilangläuferin erneut in einem Drama geendet.
WM
"Hinterher geeiert": DSV-Staffel im Schneetreiben erneut chancenlos
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Eine Woche nach dem Wachspech im Skiathlon kam Hennig nur auf Platz 18. Glänzende Zehnte wurde Lokalmatadorin Laura Gimmler.
"Ich habe alles probiert, gerade nach dem Skiathlon letzte Woche, aber ich habe Lehrgeld gezahlt. Plötzlich hat es den Schalter umgelegt, ich habe getaumelt, der Kreislauf ging in den Keller", sagte Hennig, die nach dem Zieleinlauf lange von Krämpfen geschüttelt im Schnee liegen blieb und wie sieben Tage zuvor bittere Tränen weinte.

Schlickenrieder: "Fast die Spur nicht mehr gefunden"

Bis zur Halbzeit des Rennens hatte die Oberwiesenthalerin hinter der in einer anderen Welt laufenden Johaug mächtig Tempo gemacht - danach ging aber fast alles schief.
"Katha hat auf der Zielgeraden fast die Spur nicht mehr gefunden. Sie wollte schon aussteigen, hat es aber durchgezogen", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder: "Hut ab."

"Wo soll sie denn hin?" Hennig bei WM-Entscheidung im Pech

Gimmler, bereits im Sprint Zehnte, schaffte nach einer ganz starken Vorstellung in ihrem ersten großen 30-km-Rennen erneut Platz zehn. "Der zehnte Platz bedeutet mir so viel. Noch mehr als im Sprint, weil er so unerwartet kam", sagte die 27-Jährige. Hinter Hennig (+5:17,0) kam Sofie Krehl (Oberstdorf) auf Platz 22 (+6:05,6), Pia Fink (Bremelau) wurde 24. (+6:25,2).

Johaug setzt sich früh ab

Bei Kaiserwetter setzte sich Johaug auf der anspruchsvollen Strecke nach nicht einmal vier Kilometern ab und hatte bereits nach einem Drittel der Distanz einen Vorsprung von einer Minute.
Hennig, im Skiathlon nur enttäuschte 29., lief zu Beginn ein starkes Rennen und führte immer wieder die kleine Verfolgergruppe hinter Johaug an, musste dann aber bei der Halbzeit urplötzlich abreißen lassen. Schlickenrieder hoffte, dass seine Hoffnungsträgerin noch einmal die zweite Luft bekommt - nach einem Sturz in der Schlussphase war Hennig dann aber körperlich wie moralisch am Ende.
(SID)
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