Selbst in der Stunde des großen Triumphs blieb Kamil Stoch so, wie er nun einmal ist: bodenständig und bescheiden.
Und er bedankte sich bei den Leuten, denen er diesen Erfolg zu verdanken hat:
Ich möchte 'danke' sagen an meine Trainer, meine Teamkollegen, an die Betreuer und auch an meine Frau. Ohne Euch alle wäre das niemals möglich gewesen.
Bischofshofen
"König Kamil" macht Grand Slam perfekt, Wellinger Zweiter
06/01/2018 AM 17:51
Es ist eine Facette seines Erfolges. Er bleibt stets bei der Sache, schwingt keine große Reden und tut nur das, was er am liebsten tut und von sich erwartet - gut Ski springen. Klar, er ist kein Medien-Typ wie wir Journalisten ihn lieben. Er ist vielmehr einer, der den Sport liebt, seine Ziele mit Nachdruck verfolgt und dabei auch noch nahbar ist. Nicht nur deshalb ist er auch einer, dem dieser sporthistorische Erfolg zu gönnen ist.

Verdienter kann man diesen Titel nicht holen

Verdienter als Stoch kann man eine Vierschanzentournee nicht gewinnnen. Der Doppel-Olympiasieger und nun Doppel-Tourneesieger errang seine vier Tagessiege hochverdient. Mal durch eine Aufholjagd, wie in Oberstdorf. Mal, weil er das nötige Glück auf seiner Seite hatte, wie in Garmisch-Partenkirchen. Mal, weil er einfach unbesiegbar war, wie in Innsbruck. Und mal, weil er dem größtmöglichen Druck Stand hielt, wie in Bischofshofen.
Und er lässt diese so komplizierte und manchmal unbegreifliche Sportart spielend leicht aussehen. Er sitzt satt in der Hocke, trifft fast traumwandlerisch sicher jede Schanzentischkante, braucht nicht lange, um in sein System zu finden und segelt dann federleicht durch die Luft, bevor er auch bei größten Weiten einen wunderschönen Telemark in den Schnee setzt.

Stoch ist noch lange nicht satt

Selbst wenn Richard Freitag in Innsbruck nicht dieses unbegreifliche Pech gehabt hätte, er hätte Stoch vermutlich nicht bezwingen können. Der Pole war bei dieser 66. Ausgabe der Vierschanzentournee in einer Form, in der es egal ist, wie stark die Gegner sind und in der es auch egal ist, auf welcher noch so schwierig zu springenden Schanze gesprungen wird.
Unter diesen Umständen wird es unser Eurosport-Experte Sven Hannawald sicherlich verschmerzen können, diesen einzigartigen Rekord nicht mehr alleine zu halten, sondern ihn mit einem der Größten der Skispringerzunft zu teilen - oder teilen zu müssen.
Und wer denkt, Stoch ist jetzt satt: weit gefehlt, er hat noch Missionen. In genau zwei Wochen steht die Skiflug-WM in Oberstdorf an. Dieser große Einzeltitel und auch der des Skiflug-Weltcupsiegers fehlt Stoch noch, ansonsten hat er alles gewonnen, was ein Skispringer gewinnen kann.
Erhält er diese Form aufrecht, wird er auch auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze nicht zu schlagen sein - auch nicht von Schanzenrekordhalter Andreas Wellinger.
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