Kraft segelte bei kürzerem Anlauf auf der Heini-Klopfer-Schanze auf 235,5m und setzte anders als Wellinger noch einen Telemark setzte. Er (232,6) lag bei seinem siebten Weltcup-Sieg somit deutlich vor Wellinger (220,0).
Dritter wurde der Slowene Jurij Tepes (215,1). Der polnische Gesamtweltcup-Führende Kamil Stoch kam vor den Augen von Landsmann Robert Lewandowski, dem Stürmerstar des FC Bayern, nicht über Platz neun (209,1) hinaus.
Zweitbester Deutscher wurde Richard Freitag auf Platz elf (206,1), Markus Eisenbichler folgte auf Platz 22 (185,2). Karl Geiger auf Rang 23 (185,1) und Stephan Leyhe als 29. (175,2) holten ebenfalls noch Weltcup-Punkte.
Oberstdorf
Schlierenzauer: Entwarnung nach schwerem Sturz
05/02/2017 AM 13:40
Überschattet wurde das Fliegen am Sonntag von einem schweren Sturz der Weltcup-Rekordsiegers Gregor Schlierenzauer. Der Österreicher, der erst Mitte Januar sein Comeback nach einem Kreuzbandriss gefeiert hatte, kam nach in der Qualifikation der Landung zu Fall und blieb regungslos liegen. Der 27-Jährige wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren, dort bestätigte sich der Verdacht auf eine erneute schwere Verletzung im operierten rechten Knie allerdings nicht.

Lewandowski feiert Wellinger & Co

Andreas Wellinger hüpfte freudestrahlend durch den strömenden Regen, auf der Tribüne klatschte Ehrengast Robert Lewandowski dem Bayern-Fan anerkennend Beifall: Mit zwei zweiten Plätzen und zwei Schanzenrekorden hat die neue Nummer eins der DSV-Adler beim Skifliegen in Oberstdorf eine große Show abgezogen.
"Das waren geile Flüge vor unglaublich geiler Kulisse, der Wahnsinn", sagte Wellinger, der nach seiner Gala-Vorstellung randvoll mit Adrenalin war. Alle drei Wettkampf-Flüge waren am Wochenende weiter als die von Doppelsieger Kraft, die Bestmarke auf der umgebauten Heini-Klopfer-Schanze steigerte der 21 Jahre alte Ruhpoldinger am Samstag auf 234,5 und am Sonntag auf 238,0m.
Dass es dennoch nichts aus seinem dritten Karriere-Sieg und dem ersten in einem Skifliegen wurde, konnte Wellinger, in den vergangenen sechs Wettbewerben fünfmal auf dem Podest, verschmerzen. "Ich nehme hier das überragende Gefühl der Flüge mit", sagte der Niederbayer, der am Samstag rund fünf Punkte, am Sonntag mehr als zwölf Zähler Rückstand auf Kraft hatte.

Stoch schwächelt am Sonntag

Der nun siebenmalige Weltcupsieger aus Österreich, wie Wellinger Bayern-Fan, war jeweils mit geringerem Anlauf unterwegs und siegte damit verdient. Ein Trostpflaster für Stürmerstar Lewandowski, der eigentlich seinen Landsmann Kamil Stoch zum Sieg brüllen wollte. Der polnische Gesamtweltcup-Führende, zweitberühmtester aktiver Sportler seines Landes hinter Lewandowski, der den Kicker aber erstmals leibhaftig traf, kam aber nicht über neun am Sonntag hinaus.
"Andi hat das heute ähnlich perfekt gemacht wie gestern, man kann ihm da nur gratulieren", sagte Schuster. Dass Wellinger keinen Telemark setzte - geschenkt:
Das geht bei fast 240m aus der Höhe nicht mehr, so erklärt sich der große Rückstand auf Kraft heute.

"Der erste Flug war extremst geil"

Schon am Samstag hatte sich Wellinger zeitweise in einen Rausch geflogen. Insgesamt flog er in zwei Durchgängen stolze elfeinhalb Meter weiter als Kraft. Weil dieser aber jeweils mit kürzerem Anlauf unterwegs gewesen war, lag er bei seinem sechsten Weltcupsieg letztlich fünf Punkte vor Wellinger.
"Fünf Punkte sind im Skifliegen gar nichts", sagte der knapp geschlagene Deutsche: "Aber gerade der erste Flug war extremst geil, so bin ich selten aus mir herausgegangen." Jene spektakulären 234,5 m versetzten sogar die prominente Konkurrenz ins Staunen.
"Man, how did you do this?", fragte Stoch nach dem Traumflug zum Schanzenrekord den deutschen Youngster. Wie er das denn bloß angestellt habe? Dies aus dem Mund des neben dem Österreicher Gregor Schlierenzauer erfolgreichsten aktiven Skispringers - ein Ritterschlag für Wellinger.
Oberstdorf
Schanzenrekord & Podium: Wellinger top in Oberstdorf
04/02/2017 AM 17:07
Skispringen
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