Was Andreas Wellinger derzeit auch anfasst, es endet erfolgreich. Mit seinen 22 Jahren hat er als erst zweiter deutscher Skispringer bei allen olympischen Wettbewerben (Normalschanze, Großschanze, Team) eine Medaille gewonnen, zwei davon sogar in Gold. Jens Weißflog benötigte für dieses Kunststück sogar vier Olympia-Teilnahmen und musste dafür 30 Jahre alt werden - Vorteil Wellinger.

Goldhändchen Wellinger

Skispringen
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29/03/2021 AM 13:38
Schon bei seiner ersten Teilnahme vor vier Jahren - mit zarten 18 Jahren - gelang 'Welle" in Sotschi mit dem Team der Olympiasieg. Sein Kindheitstraum: Verwirklicht. Und in Pyeongchang setzte der Mann vom SC Ruhpolding noch einen drauf: Olympiasieger im Einzel von der Normalschanze und hinterher noch Silber auf der Großschanze. Diese beiden Plaketten bedeuten Wellinger enorm viel:
Der Olympiasieg mit der Mannschaft 2014 war genial. Aber das alleine im Einzel geschafft zu haben, ist etwas ganz Besonderes.
Wellinger auf der Medaillenwelle. Aber was bei dem Bayern gelingt, geht bei Freitag daneben. Der Sachse hat so etwas wie die Olympia-Pest an sich haften. 2014 in Sotschi, als er mit 22 Jahren so alt war wie Wellinger heute, war er beim Triumph der Mannschaft nur der fünfte Mann. Er musste zuschauen, wie die anderen jubelten und die Medaille um den Hals gehängt bekamen.
Bitter. Das nagte an Freitag, er arbeitete hart und konsequent an sich, brauchte lange, um diese Enttäuschung zu verarbeiten.

Mit Schnurrbart ganz entspannt - bis Olympia kam

Aber es hat geklappt. In der Saison 2017/18 zeigte sich Freitag nicht nur mit Schnurrbart, sondern auch seltsam entspannt, nicht mehr so verkrampft und wortkarg. Er gab plötzlich locker-flapsige Sprüche von sich, war gelöst, entspannt und auf einmal richtig erfolgreich. Drei Weltcupsiege vor der Tournee brachten ihm die Favoritenrolle, die er gern annahm. Bis zum Springen in Innsbruck war er ein ebenbürtiger Gegner des späteren Siegers Kamil Stoch. Selbst den schlimmen Sturz in der Tiroler Hauptstadt verdaute er, war bei der Skiflug-WM wenige Tage später in Oberstdorf schon wieder auf dem Treppchen.
Der Zeitung 'Welt' sagte er:
Vielleicht hat mir die Enttäuschung von Sotschi erst diese aktuell sehr gute Saison ermöglicht.
In Pyeongchang gehörte der Sohn eines einst ebenfalls erfolgreichen Skispringers wieder zu den Favoriten, die Trainingsleistungen weckten Medaillenhoffnungen. Doch im Wettkampf von der Normalschanze dann nur Platz neun und aufkeimende Ratlosigkeit. Auf der Großschanze hat Freitag Pech mit den Bedingungen, wieder nur Rang neun, es ist wie verhext. Selbstkritisch sagte er:
Meine Leistung hätte auch so heute nicht für eine Medaille gereicht.
Freitag ist entwaffnend ehrlich, jedoch klebt ihm einfach das Olympia-Pech an den Stiefeln. Aber eine Hoffnung, seinen Olympiafluch zu besiegen, hat Freitag noch: Den Team-Wettkampf am Montag. Und da wird er ja an der Seite des Goldjungen Wellinger springen. Das kann nicht schiefgehen. Die Zeichen stehen eindeutig auf Happy-End für den Mann mit dem Schnurrbart.
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