Karl Geiger winkte sichtlich angefressen ab, der Verlust des Gelben Trikots drückte deutlich auf die Stimmung des sonst so gut gelaunten Bayern:
Als Elfter im fernen Sapporo hat der Vizeweltmeister aus Oberstdorf nach drei Wochen seine Führung im Gesamtweltcup an den Österreicher Stefan Kraft verloren. Den erst zweiten Sieg seiner Karriere holte überraschend Japans Lokalmatador Yukiya Sato.

"Wahnsinn!" Kobayashi trumpft auf seiner Heimschanze auf

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Geiger lag nach 132,0 m im ersten Durchgang noch auf Rang vier, "hüpfte" dann aber bei schwierigen Windverhältnissen nur auf 116,5 m und fiel deutlich zurück. Noch heftiger erwischte es Ryoyu Kobayashi, der vom ersten auf den 15. Rang durchgereicht wurde. Im ersten Durchgang war Kobayashi auf seiner Heimschanze noch auf 141,5 m gesegelt und sah wie der sichere Sieger aus.
Bester DSV-Adler war somit zum vierten Mal in Folge Stephan Leyhe. Der Team-Weltmeister wurde nach einer Disqualifikation des Österreichers Jan Hörl noch auf Rang fünf vorgestuft, eine Woche vor seinem Heimspiel in Willingen befindet sich der 28-Jährige weiter in Topform. Auch Pius Paschke (Kiefersfelden) landete als Zehnter noch vor Geiger.

Sato mit zweitem Saisonsieg

Im Gesamtweltcup musste Geiger mit 955 Punkten sein beim Doppelsieg im italienischen Val di Fiemme erobertes Gelbes Trikot an Kraft (963) abgeben. Neuer Dritter ist Vierschanzentournee-Gewinner David Kubacki aus Polen (884), der in Sapporo als Dritter zum zehnten Mal in Folge auf dem Podest landete.
Seinen zweiten Sieg der Saison und damit auch seiner Karriere feierte durchaus überraschend Sato. "Der Wind war heute schwierig, am Ende habe ich auch Glück gehabt", sagte der 24-Jährige. Nach dem ersten Durchgang lag Sato nur auf dem sechsten Rang, flog dann aber auf 138,5 m und ließ die gesamte Konkurrenz hinter sich. Vierter wurde der Slowene Domen Prevc.
Aus deutscher Sicht zeigte Constantin Schmid (Oberaudorf) als Zwölfter ebenfalls eine ordentliche Leistung. Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) blieb auf Rang 26 dagegen weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der kriselnde Teamweltmeister Richard Freitag (Aue) verpasste als 47. den zweiten Durchgang deutlich.
Vor heimischem Publikum erst gar nicht mit dabei war Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai. Der 47-Jährige, der vor der Tournee wegen anhaltender Formschwäche aus dem A-Team genommen worden war, war bei seiner Rückkehr in den Weltcup bereits am Freitag als Letzter der Qualifikation gescheitert. Kasai, mit 17 Weltcupsiegen knapp vor Kobayashi (16) noch immer erfolgreichster Skispringer Japans, muss nun auf den Sonntag (02.00 Uhr MEZ) hoffen. Dann bietet der letzte Einzelwettkampf auf der Okurayama-Schanze auch Geiger eine zweite Chance.
(SID)
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