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Der bayerische Patient: Freunds langer Weg zurück auf die Schanze

Der bayerische Patient: Freunds langer Weg zurück auf die Schanze
Von Eurosport

18/11/2019 um 17:13Aktualisiert 18/11/2019 um 17:21

Seit drei Jahren kämpft Severin Freund um die Rückkehr in die Weltspitze. Seine Leidenszeit könnte bald vorbei sein, auf die Schanze hat er es schon wieder geschafft. Doch beim Saisonstart am Wochenende in Wisla wird der Ex-Weltmeister weiterhin fehlen. Bis zur Vierschanzentournee will Freund aber im Wettkampfgeschehen zurück sein. Ein weiteres Fernziel hat er auch schon im Blick.

Töchterchen Johanna hat schon grünes Licht gegeben. "Die Kleine findet es super", berichtete Severin Freund, als er im Oktober stolz sein neues Skisprung-Outfit präsentierte und den Nachwuchs über Jacken und Pullover krabbeln ließ. Bis zum ersten Weltcup-Einsatz müssen die Anzüge aber noch im Schrank bleiben. Denn wenn am Wochenende in Wisla die neue Saison startet, wird der Ex-Weltmeister weiterhin fehlen.

"Man merkt, dass man nicht jünger wird und ab und zu ein Zwicken dazukommt", sagt Freund, der seit fast drei Jahren um die Rückkehr in die Weltspitze kämpft. Zwei Kreuzbandrisse hat der langjährige Vorflieger im deutschen Team in dieser Zeit erlitten, hinzu kam eine Meniskus-Operation, zuletzt machte sich zu allem Überfluss auch der Rücken wieder bemerkbar. "Ich bin noch nicht da, wo ich hin will", sagt der 31-Jährige.

Freunds Ziel: Fit bis zur Vierschanzentournee

Und daher lässt Freund sich Zeit. Klar, bei der Ende Dezember beginnenden Vierschanzentournee wäre er gerne dabei. Aber überstürzen wird es der Wahl-Münchner in einer Saison ohne WM oder Olympia eben auch nicht. "Ich werde nicht jeden Weltcup mitnehmen. Klares Ziel ist, dass ich im Saisonverlauf immer besser werde", sagt Freund, der längst die Heim-WM 2021 in Oberstdorf im Blick hat. Immerhin:

"Wenn ich auf der Schanze bin, funktioniert es schon relativ gut."

Die große Frage wird sein, ob Freund noch einmal an seine erfolgreichen Zeiten anknüpfen kann. So lange sind die noch gar nicht her: Den Winter 2015/2016 beendete er noch auf Rang zwei des Gesamtweltcups, doch im Januar 2017 folgte der erste Kreuzbandriss, dann der zweite. Ende 2018 gab er sein Comeback, schaffte den Anschluss aber nicht und beendete seine Saison vorzeitig.

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Neben Freund fehlt auch Olympiasieger Wellinger

Nun also der nächste Versuch. Auch der neue Bundestrainer Stefan Horngacher gibt Freund Zeit. "Severin ist noch nicht völlig wiederhergestellt. Er hat immer noch ein bisschen Probleme, ist punktuell aber schon recht gut gesprungen", sagt der Österreicher. Der Nachfolger von Werner Schuster muss in Wisla auch auf Olympiasieger Andreas Wellinger und David Siegel verzichten - beide erlitten ebenfalls einen Kreuzbandriss.

Freunds Rückkehr wäre daher auch für das personell arg gebeutelte Team wichtig. Noch immer ist der Niederbayer eine Art Wortführer. Schließlich war er es, der ab 2011 das deutsche Skispringen aus dem Tal führte. Erst seine Siege legten die Spur für die Erfolge von Wellinger, Richard Freitag oder zuletzt Weltmeister Markus Eisenbichler. Stressen lassen wird sich Severin Freund auf seinem langen Weg zurück aber nicht. "Ich will mir über die Wettkämpfe Selbstvertrauen holen", sagt er, "und dann immer weiter rankommen."

(SID)

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