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"Steff, der Chef": Horngacher sorgt für frischen Wind im Skisprung-Team

"Steff, der Chef": Horngacher sorgt für frischen Wind im Skisprung-Team
Von Eurosport

19/11/2019 um 12:44Aktualisiert 19/11/2019 um 12:45

Stefan Horngacher startet am Wochenende in seinen ersten Winter als Skisprung-Bundestrainer. Der Österreicher will an die Erfolge von Werner Schuster anknüpfen - und doch ganz anders sein. Die Mannschaft ist überzeugt von dem neuen Trainer. Jedoch muss sich dieser vorerst mit den vielen Patienten, die sich noch von vergangener Saison auskurieren, arrangieren.

Von Nervosität ist bei Stefan Horngacher nichts zu spüren, die großen Fußstapfen seines Vorgängers Werner Schuster lassen den neuen Skisprung-Bundestrainer kalt. "Jeder weiß, dass Werner hier großartige Arbeit geleistet hat. Aber ich will meine eigenen Impulse setzen", sagt der Österreicher, der am Wochenende erstmals mit der deutschen Fahne in der Hand auf dem Trainerturm stehen wird. Für die DSV-Adler um Weltmeister Markus Eisenbichler beginnt dann eine neue Ära.

In seinen elf Jahren hatte Schuster die deutschen Weitenjäger zu zahlreichen Erfolgen geführt, nun startet unter Horngacher eine neue Zeitrechnung. Der manchmal so knorrig wirkende, aber eigentlich höchst umgängliche "Steff" muss seine erste Nagelprobe ausgerechnet an alter Wirkungsstätte bestehen: Der Weltcup-Winter startet erneut im polnischen Wisla. Dort also, wo Horngacher zuletzt als Nationaltrainer mit Olympiasieger Kamil Stoch Siege in Serie gefeiert hatte.

Horngacher: "Mir gefällt es"

Doch nun ist Horngacher zurück in seiner zweiten Heimat. Der 50-Jährige, der seit Jahren in Titisee-Neustadt (Schwarzwald) mit seiner Familie wohnt, war bereits von 2006 bis 2016 in Deutschland tätig, die letzten sechs Jahre als Schusters Co-Trainer beim A-Kader. Nun ist Steff der Chef. Er erklärt:

"Mir taugt es hier gut. Mir gefällt es, in einem sehr gut organisierten Skiverband zu arbeiten. Und man kann mit den Jungs wieder normal reden, in deutscher Sprache. Das ist vor allem im zwischenmenschlichen Bereich einfacher."

An die Erfolge der letzten Jahre will Horngacher naturgemäß anknüpfen, und doch will er neue Wege gehen. "Wir haben die Trainingspläne mehr zentralisiert, das war für die Athleten vielleicht neu", sagt der Rückkehrer. Und auch abseits der Schanze hat er einiges umgekrempelt:

"Wir haben einen Physiologen dazugewonnen. Auch die Ansprachen sind jetzt ein bisschen anders. Es gibt viele neue Impulse, die natürlich verarbeitet werden müssen."

In der Mannschaft kommt das gut an. Horngacher sei "vom Typ her anders. Ich komme mit ihm sehr gut aus", sagt Eisenbichler. Der Dreifach-Weltmeister von 2019 hat die ersten Auswirkungen schon im Kraftraum zu spüren bekommen. "Stefan hat beim Krafttraining den Daumen drauf. Ich habe Werte, von denen ich nicht gedacht hätte, dass ich das einmal schaffe", sagt der 28-Jährige, auf dem auch im kommenden Winter die größten Hoffnungen liegen.

Mehrere Kreuzbandrisse zum Start

Auch Horngacher setzt auf den zuletzt überragenden Eisenbichler, aber auch auf Vizeweltmeister Karl Geiger und Stephan Leyhe. Olympiasieger Andreas Wellinger fällt dagegen für die gesamte Saison aus, Ex-Weltmeister Severin Freund und vielleicht auch David Siegel sollen im Laufe des Winters auf die Schanze zurückkehren. Alle drei erlitten zuletzt einen Kreuzbandriss. Keine einfachen Voraussetzungen also für den neuen Coach.

Immerhin: Ein Großereignis steht im kommenden Winter nicht an, schon jetzt spielen die Heim-WM 2021 in Oberstdorf und Olympia 2022 in Peking eine große Rolle in den Planungen. Eine erste Duftmarke könnte Horngacher jedoch bei der jährlichen Vierschanzentournee setzen.

Elf Jahre lang lief Schuster dem Titel bei den "FourHills" vergeblich hinterher, Horngacher dagegen gelang 2017 und 2018 mit Stoch der Triumph. "Man kann den Tourneesieg nicht unbedingt planen", sagt Horngacher und macht den deutschen Fans dann doch ein bisschen Hoffnung auf ein Ende der Durststrecke:

"Man kann ihn aber vorbereiten."

(SID)

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