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Norwegische Flugshow am Kulm - DSV-Adler chancenlos

Norwegische Flugshow am Kulm - DSV-Adler chancenlos

13/01/2018 um 17:13Aktualisiert 14/01/2018 um 09:19

Für die Norweger war es ein Festtag in Bad Mitterndorf, für die Deutschen Skispringer ein Tag zum Vergessen. Markus Eisenbichler war als Zehnter noch am wenigsten weit hinten, doch mit den Podiumsrängen hatten die Deutschen am Samstag nichts zu tun. Ganz im Gegensatz zu den Norwegern: Andreas Stjernen siegte am Kulm vor Daniel André Tande und nur Simon Ammann konnte den Dreifachsieg verhindern.

Der Schweizer lag auch nur hauchzarte 0,9 Punkte vor dem drittbesten Norweger Robert Johansson auf Platz vier. Für den Schweizer war es der erste Podestplatz seit dem 10. März 2015, als er im finnischen Kuopio ebenfalls Dritter wurde. Auch der andere Altstar, Noriaki Kasai, befindet sich auf dem Weg zu alter Form. Der Japaner verblüffte einmal mehr mit Weiten von 216 und 227 Metern und wurde Fünfter, noch vor Schanzenrekordhalter Peter Prevc.

Video - 229 Meter: So schön segelt Stjernen am Kulm zur Führung

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Stjernens erster Weltcupsieg - Slowenen gewohnt flugstark

Nach dem ersten Durchgang führte der 29-Jährige Stjernen bereits mit seinen 229 Metern und sicherte sich mit einem zweiten gelungenen Sprung auf 226 Meter seinen Premierensieg. Und dabei hätte ausgerechnet Daniel André Tande ihm den Sieg fast noch vor der Nase weggeschnappt: mit einem Traumflug auf 240,5 Meter setzte Tande noch zu einer Aufholjagd an; ihm fehlten trotz Tagesbestweite am Ende nur 2,5 Meter, umgerechnet etwas mehr als zwei Meter.

Ebenso wie die Norweger bestätigten die Slowenen ihren Ruf als Flugschanzen-Spezialisten. Anze Semenic flog auf den achten Rang, Prevc' jüngster Bruder Domen wurde Elfter. Jernej Damjan hätte es ebenfalls in die Top 10 geschafft, wurde aber ebenso wie sein Norwegischer Kollege Johann André Forfang wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

Video - Dank Traumflug: Tande wird Zweiter am Kulm

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Deutsche tun sich enorm schwer

Lediglich vier der sechs gestarteten Deutschen schafften den Sprung in den zweiten Durchgang. Eisenbichler konnte sich dank 217 Metern in der Finalrunde noch nach vorne kämpfen, profitierte jedoch auch von den Disqualifikationen. Andreas Wellinger wurde lediglich Fünfzehnter, Stephan Leyhe 20. und Pius Paschke 27.

Wellinger analyisierte im ZDF:

"So ganz einfach ist es nicht zu erklären, woran es gefehlt hat. Im ersten Durchgang war ich zu früh, da bin ich nicht ins Gleiten gekommen. Irgendwie fehlt noch die Leichtigkeit."

Bundestrainer Werner Schuster meinte:

"Der Grat hier am Kulm ist sehr schmal. Wenn man einen kleinen Fehler macht, dann kostet das 20, 30 Meter."

Video - Angriff des Teamkollegen abgewehrt - Stjernen siegt am Kulm

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