Da packte es Markus Eisenbichler wieder, dieses unvergleichliche Hochgefühl, das einen Weltmeister luftig-leicht durch das Leben trägt: "Es wird geil, am Freitag mit dem World-Champion-Leiberl da von der Schanze zu hupfen", sagte er dem "SID" mit leuchtenden Augen vor der WM-Entscheidung von der Großschanze.
Und deshalb würde Eisenbichler nichts besser gefallen, als sein ganz besonderes Startnummern-Leibchen mit der Aufschrift "Innsbruck 2019" gegen ein neues der Marke "Oberstdorf 2021" zu tauschen.
741 Tage nach jenem legendären Nachmittag am Bergisel, als Eisenbichler als Weltmeister und Karl Geiger als sein Vize mit dem Teamtitel kurz darauf als Zugabe das Wintermärchen der deutschen Schneekönige schrieben, soll es nun die Fortsetzung am Schattenberg geben.
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Die Hauptdarsteller von "Schneekönige II" sind vor dem Showdown am Freitag und dem Mannschaftsspringen am Samstag (live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) jedenfalls bester Dinge, das "Geigenbichler-Duo" meldet sich startklar.

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Eisenbichler: "Kann jetzt nur gewinnen"

"Ich habe den Titel schonmal gewonnen, das hätte ich nie für möglich gehalten. Deshalb kann ich jetzt nur gewinnen", sagt Eisenbichler, der die große Oberstdorfer Schanze ohnehin "sehr, sehr, sehr, sehr gerne" mag.
Und auch sein dickster Skisprung-Kumpel Karl Geiger strotzt nach dem Silber von der Normalschanze vor Selbstbewusstsein: "Ich weiß, dass ich hier ganz vorne mitmischen kann, wenn ich einen guten Tag erwische", sagte der Skiflug-Weltmeister dem "SID".
Der 29 Jahre alte Eisenbichler, seit dem Mixed-Gold am Sonntag an der Seite Geigers der höchstdekorierte deutsche Skispringer der WM-Geschichte, könnte als dritter Deutscher den Großschanzen-Titel erfolgreich verteidigen: 1960 (Olympia galt damals auch als Weltmeisterschaft) und 1962 schaffte Helmut Recknagel den Doppelschlag, Martin Schmitt 1999 und 2001. "Innsbruck ist aber eben jetzt zwei Jahre her, vorbei", sagt Eisenbichler, "und deshalb muss ich jetzt wieder ganz neu kämpfen."

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Den ganz großen Druck macht sich der berufslässige Bayer dabei aber eh nicht, die Trainingsdurchgänge absolvierte er nur zum Teil, wenn er aber flog, dann flog er wie am Mittwoch allen davon. "Ich weiß, was ich machen muss, da brauche ich nicht ewig zu trainieren", sagt er. Viel wichtiger: "Ich fühle mich gut, und in der Luft fühlt es sich schon richtig geil an."
Ein bisschen mehr Anlauf braucht naturgemäß Karl Geiger. "Es geht darum, sich wieder mit der Schanze anzufreunden", sagt er, immer aufs Neue, auch wenn er seinen Heimbakken in Oberstdorf kennt wie keinen anderen, in diesem Winter dort schon den Vierschanzentournee-Auftakt gewann. "Das ist aber schon zwei Monate her", sagt er, eine Ewigkeit also, "auch wenn ich diesen Tag noch im Kopf habe, genau wie den damals in Innsbruck. Das ist etwas für das Gedächtnis, das man immer gerne hervorkramt." Dennoch: "Beides ist Geschichte, jetzt ist es ein komplett neuer Wettkampf."
Einer, in dem der größte Kontrahent der beiden DSV-Adler fehlen wird. Für Erleichterung habe der Ausfall des elfmaligen Saisonsiegers Halvor Egner Granerud wegen seiner Corona-Infektion aber nicht gesorgt. "So etwas ist mir fremd", sagte Eisenbichler, Schadenfreude oder ähnliches sei ein "No-Go", denn "Karma is a bitch. Ich will gegen die Besten antreten. Es wäre schön, wenn er dabei gewesen wäre und ich ihn vielleicht an einem guten Tag hätte schlagen können."
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