Karl Geiger zeigte jubelnd beide Fäuste, der zuletzt so knurrige Markus Eisenbichler grinste zufrieden: Die deutschen Skispringer sind aus dem "Nach-Tournee-Tief" geflogen und haben sich bei der olympischen Team-Generalprobe beim Weltcup in Zakopane mit Platz zwei stark zurückgemeldet. Der kurze Heimaturlaub nach der Knochentour hat den DSV-Adlern Flügel verliehen.
"Nach Bischofshofen musste ich echt Luft holen, denn die war raus, es ging einfach nichts mehr", sagte Geiger im "ZDF": "Wir können stolz auf Platz zwei sein, im Hinblick auf Peking gibt es aber noch etwas zu tun." Der ebenfalls wie ausgewechselt springende Eisenbichler meinte: "Nach zwei Wochen unterwegs wollte ich einfach mal wieder heim. Dann habe ich mich aber auch schon wieder auf's Skispringen gefreut - hier vor Zuschauern, das ist schon cool."
Vor 9000 Fans im zu einem Drittel gefüllten Hexenkessel in Polens Schanzen-Mekka musste sich die deutsche Auswahl nur Slowenien geschlagen geben. Sechs Tage zuvor hatte die deutsche Auswahl beim Weltcup in Bischofshofen - gleich im Anschluss an die knüppelharte Vierschanzentournee - auch aufgrund eines Sturzes Geigers lediglich Platz sechs belegt.
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Knapp drei Wochen vor dem Start der Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) lag das deutsche Quartett mit 1034,7 Punkten umgerechnet 67 Meter hinter den überraschend deutlich überlegenen Slowenen (1101,7). Geiger zog in der letzten Runde noch knapp an den Japanern um Vierschanzentournee-Sieger Ryoyu Kobayashi (1034,1) vorbei.

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Horngacher mit Platz zwei zufrieden

"Die Jungs sind gut gesprungen, auch wenn einige Fehler dabei waren. Wir können aber definitiv mit dem zweiten Platz zufrieden sein", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher nach einem spannenden Wettkampf bei schwierigen Bedingungen an seiner alten Wirkungsstätte.
Neben Geiger, der mit 135,5 und 137,0 m glänzte, zeigte vor allem Eisenbichler mit 126,0 und der Tagesbestweite von 141,5 m im zweiten Durchgang eine starke Leistung. Stephan Leyhe (129,5+117,0) sowie Severin Freund (121,5+128,5) fielen jeweils bei einem schwachen Sprung ab.

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Im Vergleich zu Bischofshofen waren Leyhe und Freund für Constantin Schmid und Andreas Wellinger ins Team gerückt. Olympiasieger Wellinger hatte nach dem Trainingssprung am Freitag einen Stich im rechten Knie gespürt, an dem er 2019 wegen eines Kreuzbandrisses operiert worden war. Zur medizinischen Abklärung reiste der 26-Jährige vorzeitig in die Heimat ab.
Am Sonntag (16:00 Uhr live auf Eurosport) findet in Zakopane ein Einzelspringen statt, danach geht es für die DSV-Adler vor Peking noch zu den Heim-Weltcups in Titisee-Neustadt und Willingen.
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(mit SID)

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