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An den richtigen Schrauben gedreht: Das Besondere für Team Schottland

An den richtigen Schrauben gedreht: Das Besondere für Team Schottland

01/07/2019 um 15:46

Der World Cup mag nicht der wichtigste Titel der Snooker-Welt sein - für John Higgins und Stephen Maguire bedeutete der Triumph in Wuxi dennoch enorm viel. Schließlich bestätigte der Sieg für Schottland den beiden, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. China enttäuschte dagegen ein wenig, auch wenn beide Teams im Halbfinale standen.

Das Bild sprach Bände. Dieser Titel mag nicht der bedeutendste in der Welt des Snooker sein, aber den beiden Schotten bedeutete er unendlich viel. Auch schon an den Tagen zuvor war zu spüren, dass die beiden ein echtes Team sind.

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Stephen Maguire stand im vierten Frame des Finales gegen Liang Wenbo ziemlich unter Druck. Das erklärt auch sein nervöses Spiel. "Wenn Du normalerweise einen Ball verschießt, dann kommst Du damit zurecht", erläuterte er danach, "aber in so einer Situation lässt du dann deinen Partner hängen."

World Cup: Es gewinnt nicht unbedingt das Team mit den Besten

Im Interview mit World Snooker unterstrich er das dann noch einmal:

"Das ist ein sonderbares Gefühl und sorgt für mehr Druck."

Das ist das Verrückte am Format World Cup: Es gewinnt nicht zwangsläufig die Mannschaft mit den beiden besten Spielern. Dass die beiden sich wirklich als Team verstehen und fühlen, ist ebenso wichtig.

John Higgins, Stephen Maguire

John Higgins, Stephen MaguireEurosport

Für John Higgins und Stephen Maguire war der Erfolg aber nicht nur deshalb besonders, weil sie stolze Schotten sind und für Schottland einen Sieg errungen haben. Dieser Sieg bestärkt sie vielmehr darin, dass ihr eingeschlagener Weg richtig ist.

Higgins hatte ja noch im Dezember über ein mögliches Karriereende gesprochen. Und auch Maguire schien sich mit Motivationsproblemen herumzuschlagen.

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Trainingsgruppe in Glasgow trägt Früchte

Dann haben sie beschlossen, gemeinsam mit Alan McManus und Anthony McGill eine Trainingsgruppe in Glasgow zu bilden. Seitdem betonen sie immer wieder, wieviel Spaß sie miteinander haben.

Nun ist Spaß im Training natürlich nicht alles. Das mag gut für die Motivation sein. Aber beide sind auch Wettkampftypen und erfolgshungrig. Dass sich dieser Erfolg so schnell einstellt, ist eine wichtige Bestätigung für sie, dass sie an den richtigen Schrauben gedreht haben.

Enttäuscht war ich am Sonntag von den beiden chinesischen Teams. China A mit Ding Junhui und Yan Bingtao ist im Halbfinale gegen Schottland untergegangen. Klar: Gegen die beiden Schotten kann man verlieren. Aber es kam doch recht wenig Gegenwehr von den beiden Chinesen.

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China enttäuscht trotz Final-Einzug

Vielleicht war für sie vor heimischem Publikum der Druck dann doch zu groß. China B mit Zhou Yuelong und Liang Wenbo hatte beim Halbfinal-Sieg über England noch sehr viel Biss bewiesen. Vor allem Liang präsentierte sich da stark.

Im Finale war dann aber plötzlich die Luft raus. Natürlich standen nun auch sie unter Druck. Vielleicht war aber auch die Pause zu kurz. Nur eine knappe Stunde lag ja zwischen ihrem anstrengenden Halbfinale und dem Endspiel.

Da waren sie vielleicht nicht mehr zu einer erneuten Energieleistung wie gegen die Engländer in der Lage.

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Jetzt folgt er einmal wieder eine Snooker-Pause bei den Profis. Auch Qualifikationen stehen in den nächsten Wochen nicht an. Weiter geht es dann Ende Juli mit dem Riga Masters ab dem 26. Juli.

Wir bei Eurosport sind dann natürlich wieder auf allen Kanälen am Ball.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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