"Ich bin 46 und gehe auf die 47 zu. Zu wissen, dass ich ihn (den WM-Titel, Anm. d. Red.) immer noch gewinnen kann, lässt mich wissen, dass ich noch fünf gute Jahre haben könnte", sagte Ronnie O'Sullivan im exklusiven Gespräch mit Eurosport.
Im WM-Finale hatte "The Rocket" Judd Trump kaum eine Chance gelassen und den Weltmeister von 2019 phasenweise dominiert. Bereits zuvor hatte O'Sullivan im Halbfinale den viermaligen Weltmeister John Higgins 17:11 bezwungen. Es war O'Sullivans 13. Semifinale im Crucible, so oft stand noch nie ein Spieler bei der WM unter den letzten Vier.
Der Engländer ist überzeugt davon, dass ihm dieser siebte WM-Titel auch in den nächsten Jahren helfen wird. Denn: "Ich glaube nicht, dass man vom Gewinn der Weltmeisterschaft über Nacht von der Bildfläche verschwinden kann. Es ist einfach ein netter kleiner Boost fürs Selbstvertrauen", erklärte O'Sullivan.
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Die WM sei ein langes Turnier, ähnlich wie die Grand-Slam-Turniere im Tennis, bei denen fünf statt drei Sätze gespielt werden, ergänzte der 46-Jährige. "Es geht vor allem darum, das Turnier zu überstehen. Viele Spieler erreichen das Viertelfinale und denken dann, dass sie ihr Ziel erreicht haben", so O'Sullivan. Die Top-Spieler dagegen seien besser konditioniert und wüssten, "wie sie ihr Tempo bestimmen können".

O'Sullivan: "Im Halbfinale ist man erst auf dem halben Weg"

O'Sullivan weiter: "Bei der Weltmeisterschaft ist es ähnlich. Man schafft es bis ins Halbfinale, und wenn man das erreicht hat, ist man erst auf halbem Weg, also will man noch etwas im Tank haben."
Diese Erkenntnis kann man aus seiner Sicht jedoch nicht trainieren. "Das kommt einfach mit der Erfahrung", erklärte der Weltranglistenerste. Erst dann habe man das "Wissen, was man braucht, um über die Linie zu kommen."
Und mithilfe dieses Wissens soll im kommenden Jahr WM-Titel Nummer acht her. Bereits kurz nach dem Finale sagte O'Sullivan zur Einstellung des WM-Rekords von Stephen Hendry lächelnd: "Wir können ihn ja für ein Jahr teilen."
Auch wenn er gesteht, dass das Turnier im Crucible extrem fordernd ist: "Das Crucible bringt das Schlimmste in mir zum Vorschein. Es ist wahrscheinlich nicht die beste Idee, aber wir werden wahrscheinlich nächstes Jahr wieder hingehen."
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass bereits dieser nächste "Ausflug" ins Crucible Theatre erneut mit dem WM-Pokal gekrönt wird.
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