AFP

Ronnie O'Sullivans Favoritencheck für die Weltmeisterschaft 2017

Ronnies WM-Check: Mann ohne Schwächen, Wundertüte und ein alter Dauerbrenner

15/04/2017 um 10:18

Vom 15. April bis 1. Mai findet im Crucible Theatre in Sheffield die Snooker-Weltmeisterschaft 2017. Snooker-Legende Ronnie O'Sullivan hat das prestigeträchtige Turnier bereits fünfmal gewonnen. Für Eurosport gibt der Engländer seine Favoritentipps ab. Titelverteidiger Mark Selby, Judd Trump, Stuart Bingham oder jemand anderer - wer trägt sich dieses Jahr in die Siegerliste ein?

Warum Titelverteidiger Mark Selby der Favorit ist, Judd Trump der unberechenbarste Spieler und Ding Junhui den WM-Titel längst verdient hätte - Ronnie O'Sullivan macht den Favoritencheck vor der Snooker-WM 2017.

Mark Selby (Titelverteidiger & Nr. 1 der Welt): "Keine Schwächen"

Ronnie O'Sullivan: "Er hat keine echten Schwächen, was wohl das größte Kompliment ist, das man ihm machen kann. Er ist der einzige Spieler, der selbst mit einer für ihn drittklassigen Leistung noch Turniere gewinnen kann. Wenn es über 'Best-of-19' geht, und es steht 8:8, kann man sein Geld auf Selby wetten. Er kann abliefern, wenn es zählt. Darum ist er wohl der Favorit."

Judd Trump (Nr. 2 der Welt): "Manchmal zu selbstbewusst"

O'Sullivan: "Dieses Jahr ist er endgültig erwachsen geworden. Er hat sich sehr verändert und noch mehr investiert, um der beste Spieler zu werden. Seine Stärke ist sein Umgang mit dem Queue. Er kann die Kugel so gut kontrollieren wie kein anderer. Ich bin mir sicher, er rechnet damit, dass es sein Jahr wird. Judd ist manchmal zu selbstbewusst und glaubt, dass er das göttliche Recht hat, einige Spieler zu schlagen. Wenn das nicht passiert, lässt er sich aus dem Rhythmus bringen. Diese mentale Hürde muss er überwinden. Es gibt keinen, der ein größeres Talent hat als Judd."

Video - Perfekter Frame: Trump gelingt Maximum Break

02:05

Stuart Bingham (Nr. 3 der Welt): "Kann jeden schlagen"

O'Sullivan: "Es war eine kleine Überraschung, als er 2015 Weltmeister wurde, aber seitdem hat er viele Turniere gewonnen. Eine seiner größten Stärken ist die Fähigkeit, große Breaks zu spielen. Er gewinnt manche Frames in einem Durchgang, und wenn er in der Form ist, kann er jeden schlagen. Er hat bei der WM auch schon bewiesen, dass er mit Druck gut zurecht kommt. Wenn er eine Schwäche hat, dann die, dass er schwächere Frames nicht nach Hause bringt. Wenn er nicht in allerbester Form ist, kann er etwas ins Schwimmen kommen. Er ist ein glänzender Scorer und hat ein sehr druckvolles, modernes Spiel. Er gewinnt Frames oftmals mit einem aggressiven Stoß."

Ding Junhui (Nr. 4 der Welt): "Müsste schon Weltmeister sein"

O'Sullivan: "Ding hätte den WM-Titel schon gewinnen müssen. Er beherrscht das komplette Spiel. Er ist ein guter Scorer, kann aber auch auf Sicherheit spielen. Er hat eine unglaubliche Technik und ist ein echtes Snooker-Brain. Wenn es einen Bereich gibt, wo er sich noch etwas verbessern könnte, dann ist es das Auftreten rund um den Tisch. Würde man nur etwas von Stephen Maguire in Ding Junhui hineinstecken, hätte er jetzt sieben WM-Titel gewonnen. Es sind 17 Tage, und man muss seine Emotionen im Zaum halten. Ding ist in der Hinsicht ein bisschen wie ich. Wenn er sich nicht perfekt fühlt, kann er schnell draußen sein."

John Higgins (Nr. 6 der Welt): "Nicht mehr so stabil wie früher"

O'Sullivan: "Das größte Kompliment, dass ich ihm machen kann, ist zu sagen, dass er schon etwas mehr hätte gewinnen müssen. Er beherrscht das Safety-Spiel unglaublich gut, hat eine großartige Technik und ist ein ausgezeichneter Scorer. Außerdem hat er ein echtes Snooker-Hirn und ist ein starker Wettkämpfer. Manchmal spielt er so gut, dass er dich wie einen Amateur aussehen lässt. Er ist jetzt in den Vierzigern, und seine größte Schwäche ist, dass er nicht mehr so stabil ist, wie er einmal war. Und er ist, genau wie ich ein Spieler, der mit sich selbst sehr hart ins Gericht geht, wenn es einmal nicht klappt. Und dafür ist in diesem Sport kein Platz."

Neil Robertson (Nr. 9 der Welt): "Man muss ihn attackieren"

O'Sullivan: "Man muss ihn um jeden Preis attackieren. Wenn man diese Art von nicht vorhersehbarem Snooker mit ihm spielt, kann man ihn verwirren. Und das mag er nicht. Er spielt lieber gegen jemanden wie John Higgins, bei dem man genau weiß, was einen erwartet. Wenn er gegen jemanden wie Trump spielt, regt es ihn auf und bringt ihn aus dem Rhythmus."

Video - Was für ein Pech: Auch Snooker-Stars sind nur Menschen

02:31
0
0