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Snooker-WM 2017/18: Die Jäger im Feld

WM: Die Jäger im Feld

17/04/2018 um 16:03Aktualisiert 17/04/2018 um 17:49

Alle spekulieren über ein mögliches WM-Finale zwischen Mark Selby und Ronnie O’Sullivan. Aber Achtung! Das ist bei weitem nicht garantiert. Im Gegenteil. Dass im Endspiel die beiden top-gesetzten Spieler aufeinandergetroffen sind hat es in der Geschichte des Crucible erst einmal gegeben (1987 Joe Johnson gegen Steve Davis). Die anderen Spieler haben halt auch Ambitionen und das Können.

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In meinem ersten Vorschau-Blog hatte ich ja schon über Chancen der ersten acht in der Setzliste geschrieben. Aber natürlich rechnen sich nicht nur die Chancen aus. Wer es schafft, in den Top 16 der Weltrangliste zu stehen, hat allemal das Spiel, um auch eine WM zu gewinnen. Deshalb nehme ich mir hier einmal die Spieler vor, die in der Setzliste auf den Plätzen neun bis 16 stehen.

Kyren Wilson (9): Seine Saison ist mehr als ordentlich. Mit seiner Finalteilnahme beim Masters hat er gezeigt, dass er auch bei den Klassikern das Zeug zum Champion hat. Ob er aber wirklich schon der Mann für die großen Gelegenheiten und vor allem die langen Distanzen ist, das muss er erst noch beweisen.

Neil Robertson (10): Mit Platz zehn in der Weltrangliste die der Australier für mich unterbewertet. Familiäre Probleme haben dazu geführt. Jetzt aber ist er wieder auf dem Weg zur alten Klasse. Und er weiß, dass er es packen kann. Er war ja schließlich schon einmal Weltmeister. Sein Weg zum Titel wäre allerdings sehr hart.

Marco Fu (11): Die Probleme mit den Augen sind wohl noch nicht gänzlich überwunden. Zudem fehlt ihm die Matchpraxis. Für mich ist der Sympathieträger aus Hongkong in diesem Jahr kein Titelaspirant.

Stuart Bingham (12): Der Ex-Weltmeister brennt. Schon bei seinem Triumph 2015 hatte ihn eigentlich niemand auf der Rechnung. Als Underdog fühlt er sich wohl. So jemand kann auch wieder für eine Überraschung sorgen.

Luca Brecel (13): Seine Leistungen zuletzt legen nicht nahe, dass er ernsthafte Chancen auf den Titel in Sheffield hat. Das Selbstvertrauen fehlt, und ohne Selbstvertrauen übersteht man die 17 harten Tage nicht.

Anthony McGill (14): Mit seiner ruhigen und beharrlichen Art und Weise ist der Schotte immer für eine Überraschung gut. Wenn es dann aber im Crucible Theatre in Richtung Titel geht, dann wird der Druck (und die Belastung) noch einmal größer. Für McGill wäre das Neuland.

Allister Carter (15): Der Captain hat schon oft bei der WM für Furore gesorgt. Mit seinem Biss ist er wie für das Crucible gemacht. Der ist immer gefährlich. Allerdings wartet bereits im Achtelfinale eventuell Ronnie O’Sullivan auf ihn.

Mark Allen (16): Der Nordire ist ja so gerade eben unter die gesetzten Spieler gerutscht. Dass er das Spiel für große Titel hat, das hat sein Triumph beim Masters bewiesen. Ob er aber die Konstanz für die 17 Tage in Sheffield hat muss er erst noch beweisen.

Das also sind die Spieler, die für die WM gesetzt sind. Aber es kommen ja auch noch 16 Qualifikanten dazu. Da sind mit Sicherheit einige dabei, die auch die absoluten Top-Spieler nicht als Erstrundengegner zugelost bekommen wollen. Ob Favorit oder Außenseiter: Bei der WM ist man von Anfang an gefordert.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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