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Snooker

Auftakt der Tour Championship: Break-Building hui, Schwächen bei Safeties

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Stephen Maguire (Masters)

Fotocredit: Getty Images

VonRolf Kalb
24/06/2020 Am 14:28 | Update 24/06/2020 Am 14:29
@Rolf_Kalb

Ist bei der Tour Championship bei einigen Spielern noch Sand im Getriebe? Ja! Ist das Niveau deshalb eher schwach? Nein, ganz und gar nicht. In der ersten Runde wurden in insgesamt 59 gespielten Frames 44 Breaks von mehr als 50 Punkten gespielt, darunter 18 Centuries. Da kann man wahrhaft nicht meckern, auch wenn Stephen Maguire und Shaun Murphy alleine für zwölf Centuries gesorgt haben.

Bei einigen der Matches in Milton Keynes war natürlich zu beobachten, dass einige Spieler etwas Zeit brauchten, um richtig ins Match zu finden. Das ist aber auch normal, gerade bei Matches über zwei Sessions. Da ist in der Regel niemand sofort bei 100 Prozent. Stattdessen arbeitet man sich langsam ins Match rein. Und das ist allen acht Teilnehmern durch die Bank ganz gut gelungen.

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Defizite durch mangelnde Matchpraxis vor allem und auch Trainingsrückstand waren natürlich zu erkennen. Die lagen aber eher nicht im Breakbuilding, sondern beim Safe-Spiel. Mark Allen beklagte das ja vor allem. Das ist aber auch verständlich. Mal abgesehen von der Championship League an gleicher Stelle haben die Spielern seit über drei Monaten kein Match mehr bestritten. Und im Training werden eben eher Bälle gelocht, als messerscharfe Safeties zu üben.

Das mag vielleicht als ein Fehler erscheinen, ist aber auch verständlich: Beim Breakbuilding kommt man idealerweise in Standardsituationen, die man dann abarbeitet. Das Safe-Spiel ist sehr viel mehr situationsgebunden; das im Training zu simulieren ist schwerer, weil man sich da weniger an Standards orientieren kann.

Mark Allen über Spiele ohne Publikum: "Ist nicht ideal"

Die Umstände, unter denen auch die Tour Championship gespielt werden muss, haben natürlich auch Einfluss. Da ist man plötzlich nicht mehr in der gewohnten Komfort-Zone. Mark Allen hat ja zugegeben, dass ihm das Spiel ohne Publikum schwerfällt: "Das ist nicht ideal; ich möchte nicht, dass das allzu lange andauert."

Aber er schränkte eben auch ein: "Wenn wir vor Publikum gespielt hätten, dann hätte mich Shaun lange geschlagen. So wie er gespielt hat, hätte ihn das Publikum getragen." Da davon auszugehen ist, dass auch Snooker-Turniere noch länger mit Corona-bedingten Einschränkungen gespielt werden müssen, ist das eine Lektion, die alle lernen müssen.

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Hohes Niveau sorgt für Spannung

Das Niveau passt also bei der Tour Championship. Und für Spannung ist auch gesorgt. Höhepunkt war natürlich der dramatische Sieg von Allen über Murphy. Echte Überraschungen gab es in der ersten Runde nicht. Das war aber auch nicht zu erwarten. Wenn die acht besten Spieler der Saison aufeinander treffen, dann ist jeder ein Titelkandidat. Da kann jeder jeden schlagen.

Das wird bei der WM-Qualifikation und bei der Weltmeisterschaft selber natürlich wieder anders sein. Da gibt es dann wieder Außenseiter und Favoriten. Und es bleibt abzuwarten, ob das Gros der Spieler nach der langen Pause auch wieder so gut in den Rhythmus kommt wie die Top-Spieler, die derzeit in der Marshall Arena aufeinander treffen. Die stehen ja nicht durch Zufall da oben.

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Ab 21. Juli gibt's die Qualifikation bei Eurosport

Das, was wir in dieser Woche erleben, macht auf jeden Fall Appetit auf die WM-Qualifikation und die Weltmeisterschaft. Schon bei der Quali ist vom ersten Match an Zunder drin. Schließlich sind gerade die frühen Runde der Qualifikation Überlebenskampf pur.

Bei Eurosport gibt es dann auch wieder das volle Paket und das ganze Drama im TV und online. Ab dem 21. Juli übertragen wir die acht Tage der Qualifikation im TV. Dann habt Ihr zwei Tage, um die Vorräte wieder aufzufüllen, bevor ab dem 31. Juli das 17-Tage-Drama namens Weltmeisterschaft im Crucible Theatre läuft.

Herzliche Grüße und bleibt gesund

Ihr / Euer Rolf Kalb

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