In Top-Form sind Trump und O’Sullivan ihren Gegnern derzeit einfach überlegen. Das gilt auch für die anderen Top-Spieler wie Neil Robertson, Mark Selby und Co. Aber der Vorteil von Trump gegenüber seinem Rivalen ist, dass er einfach konstanter spielt als der sechsmalige Weltmeister. Dass Trump sieben seiner zehn Finals gegen O’Sullivan gewonnen hat, ist auch kein Zufall. Trump weiß, dass er liefern muss, wenn er gegen O'Sullivan spielt, und er ist dann auch in der Lage zu liefern.

Sechs Ranglisten-Titel hat Trump in der vergangenen Saison gewonnen. In dieser Spielzeit (bei bisher vier ausgespielten Titeln, das Champion of Champions ist kein Ranglisten-Turnier) sind es auch schon wieder zwei. Er ist also auf dem besten Weg, seine Dominanz fortzusetzen.

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19 Ranglisten-Titel hat er bisher gewonnen und damit nunmehr einen mehr als Neil Robertson. Elf dieser Titel hat er gar in den letzten 24 Monaten geholt. Und er hat zudem elf seiner letzten zwölf Endspiele gewonnen; das einzige Finale, das er verloren hat (1:3 in der Championship League gegen Kyren Wilson), war nur über eine Kurz-Distanz.

Trump liefert beeindruckende Zahlen

Das sind beeindruckende Zahlen. Schon werden erste Stimmen laut, die die Dominanz von Trump beklagen. Soll man ihm denn vorwerfen, dass er so gut ist? Soll man ihm vorwerfen, dass er wirklich bis ins kleinste Detail professionell arbeitet? Das ist doch Unsinn.

Eher sollte man den anderen Spielen zurufen: Tretet Euch in den Allerwertesten, damit Ihr auch so gut werdet. Klar: Einem Selby oder einem Shaun Murphy kann man sicherlich professionelles Arbeiten nicht absprechen. Aber auch sie müssen noch irgendwo irgendetwas finden, um mit Trump mithalten zu können. Bei dem kommen eben Talent, Können und viel harte Arbeit zusammen.

Wenn ich O’Sullivans Äußerungen nach dem gestrigen Finale Revue passieren lasse, dann kommt er mir ein bisschen wie ein Elder Statesman vor (ich weiß: klingt seltsam). Wenn er für seinen Lebensunterhalt spielen müsse, dann wäre das elend. Aber der sei sichergestellt, und so könne er Snooker ganz einfach als Hobby spielen und genießen. Das fühle sich ein bisschen so an wie damals, als er zehn Jahre alt war. Nun ja. Wenn es ihm hilft, locker in die Matches zu gehen und die zu genießen, dann kann ihm das nur helfen. Er ist ja ein Wohlfühlspieler. Wie lang die Halbwertzeit dieser Aussagen ist, bleibt natürlich abzuwarten.

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft schon die UK Championship. Es geht also Schlag für Schlag weiter. Nach der UK Championship gibt es unmittelbar die Scottish Open und direkt danach den World Grand Prix. Snooker non-stopp bei Eurosport also bis zum 20. Dezember. Was für wunderbare Zeiten für Snookerfans.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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