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Phänomen Ronnie O´Sullivan begeistert: Er hat die Latte erneut angehoben"

Phänomen Ronnie begeistert: "Er hat die Latte erneut angehoben"

26/02/2018 um 12:06Aktualisiert 26/02/2018 um 12:24

Auch wenn die Welsh Open schon laufen, will ich noch einmal einen Blick auf den Triumph von Ronnie O’Sullivan beim World Grand Prix werfen. Der Mann ist ein Phänomen. Sein Talent und sein Können sind über jeden Zweifel erhaben und schon oft beschrieben worden. Vor 25 Jahren holte er in der Guild Hall von Preston seinen ersten Titel. Nun gewann er an gleicher Stelle Titel Nummer 32.

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Es gibt in der Welt des Sports wenige, die so lange nicht nur an der Weltspitze mithalten, sondern die Spitze markieren. Shaun Murphy brachte die Bewunderung vieler anderer Profis zum Ausdruck, als er twitterte: "Er hat die Latte erneut angehoben." Ob Ronnie wirklich seit dem Masters kein Queue mehr in die Hand genommen hat, wie er im Interview nach dem Sieg sagte, weiß ich nicht. Es ist aber auch egal. Er kann seine Leistung aus dem Stand heraus abrufen.

Aber auch Ronnie O’Sullivan hat sein Spiel verändert und weiterentwickelt, wie er selber in der letzten Woche mehrfach betont hat. Er hatte Phasen in seiner Karriere, da war er eine Art Schönwetterspieler. Wenn er nach seinen eigenen (hohen) Ansprüchen wirklich gut spielte, dann war er kaum zu schlagen. Lief es aber nicht so rund, dann war er frustriert; er wusste und weiß schließlich, was er kann. Das nicht auf den Tisch zu bringen, hat ihn geärgert. Und dann war er anfällig.

O´Sullivan: Immer die richtige Antwort

Da ist er für mich erheblich stabiler geworden. Überspitzt formuliert kann man sagen, dass er etwas von Mark Selby übernommen hat: Auch wenn er nicht sein A-Spiel bringt, dann hat er noch immer genug in seinem Werkzeugkasten, um die Spiele trotzdem zu gewinnen. Wenn er sich zum Beispiel verstellt hat, dann wirft er vielleicht einen bösen Blick auf den Ball, aber dann analysiert er das Bild und spielt eine Safety, die den Gegner vor ein Problem stellt. Er hat also immer die richtige Antwort parat auf das, was auf dem Tisch passiert. Das macht ihn noch gefährlicher.

Das 10:3 im Finale von Preston war eine Demonstration seiner Stärke und seiner Macht. Ronnie ist der Angstgegner von Ding Junhui? Geschenkt. Ding war platt vom Halbfinale? Egal. Ding hat es ja durchaus versucht. Aber auf alles hatte Ronnie die passende Antwort.

Dabei gab es auch im Finale gestern Phasen, in denen der Raketenmotor nicht rund lief, wie auch er selber im Interview mit "World Snooker" betont hat. Aber er hat die Frames trotzdem gewonnen. Das macht seine Leistung nur noch bewundernswerter. Im Interview mit "World Snooker" sagte er: "Hoffentlich ist das nicht mein letzter Titel." Die anderen Profis sollten diese Drohung ernst nehmen.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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