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Snowboarderin Silvia Mittermüller knackt Olympianorm

"Bin heilfroh": Mittermüller nimmt Kurs auf Olympia
Von SID

03/12/2017 um 13:18Aktualisiert 03/12/2017 um 13:28

Mit 34 Jahren ist Snowboarderin Silvia Mittermüller auf dem besten Weg, eines ihrer Lebensziele zu erreichen. Die nationale Qualifikation für Pyeongchang hat sie nach Platz neun in Mönchengladbach bereits in der Tasche. "Ich bin heilfroh. Vor allem habe ich es überlebt, das ist immer das Größte, was man feiern kann", sagte Deutschlands beste Freestyle-Snowboarderin nach der geknackten Olympianorm.

Mit Platz neun beim Big-Air-Weltcup am Niederrhein erfüllte Mittermüller zumindest die nationalen Nominierungskriterien.

"Vielleicht können wir jetzt schon anstoßen, aber es ist mir lieber, noch nicht. Die wirkliche Qualifikation ist noch nicht fix", sagte die Münchnerin. Am 21. Januar muss der Name Mittermüller auf der akkumulierten Liste der 30 besten Snowboarderinnen des Weltverbandes FIS stehen - nur dann darf sie nach Südkorea. Auf dem Weg zu den Winterspielen in Pyeongchang steht am 10. Dezember noch ein Big Air in Copper Mountain an, am Montag reist sie Richtung USA.

"Ich würde schon gerne vorher nochmal nach Hause, zur Katze und den Eltern", sagte Mittermüller. Weihnachten und Neujahr verbringt sie in Colorado bei einer Gastfamilie, um sich optimal auf die letzten beiden Slopestyle-Weltcups in Snow Mass (12. Januar) und Laax/Schweiz (19. Januar) vorzubereiten, die noch zur Qualifikation zählen.

Schlechte Erinnerungen an Qualifikation für Sotschi

"Es ist schon so eins von meinen Lebenszielen, dieses Olympia schaffen und abhaken zu können", sagte Mittermüller und dachte zurück an die Qualifikation für die Spiele in Sotschi 2014. "Am 1. Dezember habe ich mir die Achillessehne gerissen und am 2. Dezember, genau vor vier Jahren, wurde ich zusammengeflickt."

Sich von Verletzungen, Stürzen und Rückschlägen zu erholen, daran ist Mittermüller, die in der Szene "Silli" genannt wird, gewöhnt. Doch sich beim Heimevent eine gewaltige, 49 Meter hohe Rampe hinunter in den Hockeypark von Mönchengladbach zu stürzen, kostete sie viel Mut. "Für mich ist das Gladiatoren-Snowboarden. Du stehst da oben und dann heißt es: Friss oder stirb", sagte sie.

Es war erst ihr dritter Big Air nach Mailand und Peking, vier gehen in die FIS-Wertung ein - eine schwierige Situation für Mittermüller, die in der vergangenen Saison verletzungsbedingt keine Punkte für Olympia sammeln konnte. Bei der Premiere in Gladbach im vergangenen Jahr musste sie zuschauen und kommentierte die Flugshow im Fernsehen.

Hoffen auf die DOSB-Nominierung

An ihren schlimmen Sturz beim Halfpipe-Training in Cardrona im September denkt Mittermüller oft zurück. Sie verlor das Bewusstsein, hatte Gehirnblutungen. Das hinterließ Spuren. "In China letzte Woche habe ich nur gedacht: Bloß nicht auf den Kopf fallen! Denn da versteht mich ja keiner und keiner weiß, was vorgefallen ist - das war ein richtiger Albtraum von mir."

Sollte Mittermüller fit bleiben und ihre bisherigen Leistungen bestätigen, dürfte sie vom DOSB für Pyeongchang nominiert werden. Genauso wie Nadja Flemming, die in Gladbach als 16. ebenfalls die Norm erfüllte und derzeit auf einem internationalen Quotenplatz liegt.

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