Es stört Jonas Folger kein bisschen, dass für ihn irgendwie alles von vorn beginnt. "Jetzt wieder Rookie zu sein, ist total aufregend", sagt der frühere MotoGP-Pilot. Fast vier Jahre nach seinen Heldentaten in den Duellen mit den Besten der Besten kehrt der 27-Jährige als Fixstarter in eine Motorrad-Weltmeisterschaft zurück. Der 27-Jährige, einst von einem Burnout ausgebremst, gibt in Alcaniz/Spanien sein Debüt als Stammfahrer in der Superbike-WM.
Schritt für Schritt hat sich Folger wieder herangekämpft, nachdem er der Königsklasse MotoGP Anfang des Jahres 2018 (mehr oder weniger) freiwillig den Rücken gekehrt hatte. Ein Erschöpfungszustand sorgte damals für sein zwischenzeitliches Aus im Rennsport, Folger räumte seinen Platz bei Tech3-Yamaha und legte eine Pause ein. Jetzt greift der Hochtalentierte nochmal an.
Folger, der Oberbayer aus Oberbergkirchen, geht passenderweise mit einer BMW an den Start. Er fährt eine M 1000 RR vom deutschen Team Bonovo MGM und hat klare Vorstellungen: "Die Zielsetzung für die Saison lautet, in die Top 10 zu fahren, und es wäre super, wenn wir bei dem einen oder anderen Rennen Ausrufezeichen setzen könnten. Alles Weitere ergibt sich."
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Dass er es kann, hat Folger immer wieder bewiesen. In seiner WM-Karriere, die 2008 begann, holte der Familienvater fünf Grand-Prix-Siege - einen bei den 125ern, einen in der Moto3 und drei in der Moto2. Als Belohnung ging es 2017 hoch in die MotoGP, und bei den Großen gelang Folger mit Platz zwei beim Heimrennen auf dem Sachsenring eine Sensation.

Bergauf bei Bonovo

Nur Monate später ging die Traumreise zu Ende, Folger reiste entkräftet aus Japan ab und kam (vorerst) nicht wieder. Er arbeitete als MotoGP-Testfahrer, erst 2019 meldete sich der Pilot nach 21-monatiger Pause zurück und kam als Ersatzfahrer zu fünf Moto2-Starts.
Mit dem Wechsel zu Bonovo ging es wieder bergauf. Im Vorjahr holte Folger für das Team in der Superbike-1000-Kategorie der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) mit acht Siegen aus acht Rennen überlegen den Titel. Bei Gaststarts in der Superbike-WM in Barcelona und Estoril wurde er dreimal Elfter und einmal Zwölfter.
"Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit den Wildcards zu starten, damit ich vor 2021 noch ein wenig hineinschnuppern konnte", sagt Folger rückblickend: "Ich habe dann auch sehr schnell bemerkt, dass das die Klasse ist, in der ich fahren möchte." Die SBK-WM für seriennahe Maschinen sei "einfach cool. Ein cooles Fahrerlager, entspannte Atmosphäre, man kann mit dem Camper hineinfahren."
Zuletzt war Folger auf einer Yamaha unterwegs, jetzt erfolgte der Wechsel auf die BMW, die er als erster bayerischer Fixstarter in der SBK-Geschichte steuern darf. "Es sind zwei grundlegend unterschiedliche Motorräder", so Folger: "Aber beide Motorräder sind stark, ich bin von der BMW sehr überrascht und weiß, wie viel Potenzial darin steckt. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Bike zu mir passt."
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(SID)

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