1.) Zverev auf dem Grand-Slam-Thron

Es war ein Jahr zum Anlauf nehmen. Eines mit ebenso vielen Tiefen wie Höhen. Am Ende aber nimmt Alexander Zverev eine ganze Menge mit. Viertelfinale bei den French Open - persönlicher Grand-Slam-Rekord. Titel beim Masters in Madrid. Titel bei den ATP Finals in London - mit Siegen in der K.o.-Runde gegen Roger Federer und Novak Djokovic. Der Boden ist bereitet für den ersten Grand-Slam-Titel des 21-Jährigen.

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Mehr noch: Schon bei den Australian Open im Januar wird es soweit sein - wenn keine Verletzung dazwischenkommt. Eurosport-Experte Boris Becker lehnte sich zwar nicht ganz soweit aus dem Fenster, doch auch der sechsmalige Grand-Slam-Champion macht Zverev Mut:

Mit dem Selbstvertrauen im Rücken, ATP-Weltmeister zu sein, mit Lendl in seiner Ecke und einem weiteren Jahr Tennis werden die Chancen in Melbourne größer sein als im letzten Jahr.

Obwohl der Hamburger sein bislang bestes Major-Resultat auf dem Sand von Roland-Garros einfuhr, sind die Chancen auf den Hartplätzen von Melbourne größer. Zverev sei nun "in der absoluten Weltklasse" angekommen, betonte Becker. Die vergangene Saison brachte den Shootingstar sowohl physisch als auch psychisch voran - beste Voraussetzungen für den ganz großen Wurf auf Grand-Slam-Ebene.

2.) Djokovic und Halep nicht zu stürzen

Schafft Alexander Zverev den Sprung auf Platz eins im kommenden Jahr, holt Angelique Kerber sich den Platz an der Sonne zurück und verdrängt Simona Halep? Eurosport.de glaubt: Weder das eine noch das andere wird passieren. Bei den Männern ist die Lage glasklar: Schon jetzt führt Djokovic die Weltrangliste mit satten 1565 Punkten Vorsprung auf Rafael Nadal an, der nach einer Knöchel-Operation im Moment am Comeback arbeitet. Roger Federer und Zverev auf den Rängen drei und vier liegen 2625 beziehungsweise 2660 Zähler zurück.

Novak Djokovic

Fotocredit: Getty Images

Hinzu kommt: Djokovic muss in der ersten Jahreshälfte 2019 verhältnismäßig wenig Punkte verteidigen. Bei den Australian Open 2018 gab er, obwohl noch nicht wieder komplett fit, ein Comeback und scheiterte im Achtelfinale, kurz darauf unterzog sich der Serbe einer Ellbogen-Operation. Erst im Juni gelang dem Superstar in Wimbledon der erste Turniersieg der Saison. Bedeutet: Im kommenden Jahr wird Djokovic nicht von Platz eins im Ranking zu verdrängen sein.

Bei den Frauen geht es enger zu, Branchenführerin Halep liegt 1046 beziehungsweise 1335 Zähler vor ihren Verfolgerinnen Kerber und Caroline Wozniacki. Dennoch spricht einiges dafür, dass die Rumänin es schafft, sich während der kompletten Saison an der Spitze zu halten. In Melbourne hat Halep noch eine Rechnung offen mit Wozniacki, der sie im Finale 2018 unterlag. Im Vergleich mit Kerber schlug das Pegel zuletzt ebenfalls zugunsten der Rumänin aus, die beide Duelle in der vergangenen Saison für sich entscheiden konnte. Keine Frage, das Ringen um den Platz an der Sonne in der Weltrangliste wird enger als bei den Männern, Eurosport.de aber legt sich fest und sagt: Königin Simona regiert im nächsten Jahr.

3.) Federer gewinnt Kampf gegen die Zeit

Spätestens 2013 wurden die Rufe einiger Experten lauter, wonach es besser sei für Roger Federer, die Karriere langsam ausklingen zu lassen. Nun, er ist immer noch da. Und: Federer geht bei den Australian Open im Alter von 37 Jahren als Titelverteidiger an den Start.

Noch Fragen? Ja. Wie lange ist der Rekord-Grand-Slam-Champion noch in der Lage, Titel zu gewinnen? Der ehemalige Konkurrent und gute Federer-Kumpel Tommy Haas hat das unlängst so beschrieben:

Wir hätten gedacht, dass er es in dieser Karriere-Phase etwas ruhiger angehen lässt, aber er legt so viel Wert darauf, seinen Turnierplan zu organisieren und auf seinen Körper aufzupassen, dass man sich gut vorstellen kann, dass er auch noch ein paar weitere Jahre stark spielt.

Federers nächster Meilenstein ist zum Greifen nahe - der nächste Turniersieg wäre der 100. in der Karriere des Schweizers, der betonte: "Es spielt keine Rolle, wo ich die 100 schaffe." Er sagt "wo", nicht "ob". Heißt: Federer rechnet fest mit weiteren Titeln. Zurecht. Wenn einer den Kampf gegen die Zeit gewinnen kann, dann der Baseler.

4.) Deutschland holt den Fed Cup

Die Niederlage tat weh. 1:4 im Halbfinale gegen Tschechien. Schon 2014 war es die tschechische Auswahl, die den Traum vom ersten Fed-Cup-Titel einer deutschen Auswahl zunichte machte. Damals im Endspiel von Prag (1:3). 2019 schlägt die DTB-Mannschaft zurück. Teamkapitän Jens Gerlach hat eine titelfähige Truppe beisammen. Angeführt von Topspielerin Angeqliue Kerber und der wiedererstarkten Julia Görges ist der Titel drin.

Deutsches Fed-Cup-Team 2018

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Zum Auftakt haben Kerber und Co. im Februar Heimrecht gegen Weißrussland, im Halbfinale würden dann Australien oder die USA warten. Im Endspiel könnte es dann zum Wiedersehen mit Seriensieger Tschechien - das sechs (!) der vergangenen acht Auflagen gewann - kommen. Dieses Mal mit dem besseren Ausgang für Deutschland.

5.) Der Machtkampf eskaliert

Der Ton ist rauer geworden. Die Reform des Davis Cups, der ab 2019 in einem einwöchigen Final-Turnier, das von 18. bis 24. November in Madrid stattfinden soll, sorgt für Ärger in der Szene. Topspieler wie Zverev oder Djokovic, aber auch Verbände wie der DTB, halten die Neuerung für eine Fehlplanung. 18 Teams werden im November den Champion ermitteln, schon im Februar kämpften ingesamt 24 Mannschaften in einer Qualifikation um die Teilnahme. Die vier Halbfinalisten von 2018 - Frankreich, Spanien, Kroatien und die USA - sind bereits sicher dabei, ebenso die Wildcard-Inhaber Argentinien und Großbritannien.

Kroatien gewinnt den Davis Cup 2018

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Die Spieler wollen sich das nicht bieten lassen - und antworten mit einem Konkurrenz-Wettbewerb, dem ATP Cup. Der soll erstmals 2020 im Vorfeld der Australian Open in Australien stattfinden. Djokovic positionierte sich klar:

Es ist der beste Weg, um in die Saison zu starten.

Zverev hält das Turnier für "einen guten Weg, Teamwettbewerbe im Tennis zu erhalten". Geht es nach Djokovic, dann werden nicht beide Turniere überleben. "Ich glaube, ein Event wäre das ideale Szenario", betonte der 31-Jährige. Es wird also auf einen Machtkampf hinauslaufen - zwischen dem ATP Cup, der die Unterstützung vieler Spieler hat, und dem Davis Cup, der auf eine 118-jährige Geschichte zurückblicken kann. Der Ton dürfte künftig noch etwas rauer werden.

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