Als Alexander Zverev am vergangenen Wochenende im Trikot der mexikanischen Fußball-Nationalmannschaft auf dem Tennis-Court des Hotels Princess Mundo Imperial stand, war klar: Deutschlands Nummer eins ist endgültig angekommen in der Saison 2021.
"Ich habe eine starke Verbindung zu Mexiko und immer gesagt, dass ich dieses Turnier in meiner Karriere einmal gewinnen will", spielte der 23-Jährige den Ball nach dem 6:4, 7:6 (7:3)-Finalerfolg gegen Stefanos Tsitsipas butterweich ans Publikum zurück. Die Fans in Acapulco hatten während des mehr als zweistündigen Matches für eine Atmosphäre gesorgt, die in Zeiten der Corona-Pandemie selten geworden ist.
"Es ist großartig, zu gewinnen, aber wir haben die Stimmung, die Menschen und das Spielen vor Publikum sehr vermisst", so Zverev.
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Gerade die mexikanischen Anhänger hätten ihm "schon immer einen sehr warmen Empfang" bereitet. "So viel Spaß auf dem Tennisplatz hatte ich seit Monaten, vielleicht sogar Jahren nicht mehr", sprudelte es nur so aus dem Champion heraus.

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Der erste Saisontitel, ein Turnier ohne Satzverlust und zum Abschluss der Finalsieg gegen die Nummer fünf der Welt - für Zverev blieben keine Wünsche offen an der Pazifikküste.
Oder anders gesagt: Der Fisch ist zurück im Wasser.

Zverev nimmt vierten Masters-Titel ins Visier

Schon ab Mitte der Woche nimmt Zverev das nächste Projekt ins Visier - und die Strömung ist günstig. Beim ATP Masters von Miami gilt der Weltranglistensiebte zusammen mit Daniil Medvedev als Topfavorit. Novak Djokovic, Rafael Nadal und Dominic Thiem haben geschlossen abgesagt. Das gilt auch für Roger Federer, weshalb Zverev plötzlich die Nummer drei der Setzliste hinter Medvedev und Tsitsipas ist.
Damit ergibt sich die Zielstellung für den Hamburger von selbst: der vierte Masters-Triumph nach Rom (2017), Montréal (2017) und Madrid (2018) soll her. "Man spielt Turniere, um sie zu gewinnen", sagte Zverev vor ein paar Tagen. Was in Acapulco funktionierte, will er nun in Florida wiederholen.
Es liegt aber nicht nur am Fehlen vieler Stars oder dem jüngsten Erfolg gegen Tsitsipas, dass der Deutsche in Miami ein heißer Titelanwärter ist. Zverev hat es verstanden, sein hohes Niveau auf Hartplatz zu konservieren. Fünf Finalteilnahmen, darunter die beiden Titeln in Köln, stehen allein im vergangenen halben Jahr auf dem schnellen Belag zu Buche.

Zverev führt besonderes Ranking an

Zverev führt darüber hinaus ein bemerkenswertes Ranking an, wie die ATP vorrechnete.
Von allen Profis, die 1994 oder später geboren wurden, hat er die meisten Titel errungen. 14 an der Zahl. Angesprochen auf diese Tatsache erklärte Zverev, dass er inzwischen "ein paar Dinge einfach besser" handhaben könne. "Ich bin natürlich älter geworden und da verändert sich das eine oder andere."

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Reicht es in Miami tatsächlich zu Titel Nummer 15, wäre das nicht nur ein großer Coup, sondern auch ein satter Schub für das ATP-Ranking. Dem Weltranglistensechsten Federer ist Zverev bereits dicht auf den Fersen, nur 305 Punkte fehlen auf den Schweizer.

Erster Grand-Slam-Titel für Zverev in diesem Jahr?

Die Position ist weit mehr als nur statistisches Beiwerk für Liebhaber, denn im Hinblick auf Zverevs größtes Ziel ist jeder Platz goldwert. Je besser das Ranking, desto günstiger die Platzierung in der Setzliste, desto höher die Chancen vor allem bei den Grand-Slam-Wettbewerben.
Vor diesem Hintergrund sei Acapulco "ein wichtiger Schritt" gewesen, so Zverev. "Die Grand Slams sind am schwersten zu gewinnen und ich habe das noch nicht geschafft. Mein Ziel bleiben aber die größten Titel der Welt", betonte der 23-Jährige.
Das nächste Major-Event sind im Mai die French Open in Paris. Die französische Fußball-Nationalmannschaft soll übrigens auch ganz schöne Trikots haben ...
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