Alexander Zverev geht "all in" beim Masters in Monte-Carlo. Der Hamburger wird ab Montag in seiner Wahlheimat am Mittelmeer sowohl im Einzel als auch im Doppel aufschlagen. Die Intention ist klar: Es geht darum, Matchpraxis zu sammeln.
Die Sandplatzsaison will Zverev nutzen, um an große Erfolge anzuknüpfen. Fünf seiner 14 Turniersiege hat der Weltranglistensechste auf dem roten Belag geholt, darunter die beiden Masters-Titel in Rom und Madrid.
Im Monte-Carlo Country Club kam er bislang nicht über das Halbfinale hinaus - und es wird auch in diesem Jahr schwer, einen Schritt weiterzugehen.
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Das liegt in erster Linie an Rafael Nadal und Novak Djokovic. Der Spanier gewann das Turnier sagenhafte elfmal, der Weltranglistenerste aus Serbien war zweimal erfolgreich. Da auch Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas gemeldet haben, kommt Zverev in der Setzliste nur auf Rang fünf.

Zverev mit Rückenwind aus Acapulco

Und trotzdem: Der US-Open-Finalist geht mit Rückenwind ins Turnier.
Mitte März gewann Zverev das ATP-Event von Acapulco - bereits der dritte Titel innerhalb der vergangenen sechs Monate. "Manchmal musst du ein Erdbeben überstehen, um ein Finale zu erreichen", schrieb der 23-Jährige auf "Instagram", nachdem im Halbfinale gegen Dominik Koepfer kurzzeitig der Boden gewackelt hatte in Mexiko.
Der Coup von Acapulco nährt die Hoffnungen, dass Zverev nun auch auf Sand überzeugen kann. Ein Blick auf die Statistik zeigt allerdings, dass es ein weiser Entschluss ist, im Einzel und Doppel anzutreten.
Im vergangenen Jahr spielte Zverev mit den French Open nur einen Wettbewerb auf dem roten Belag und scheiterte dabei im Achtelfinale an Jannik Sinner. 2019 schlug Deutschlands Nummer eins dagegen bei nicht weniger als neun Sandplatz-Turnieren auf - mit wechselndem Erfolg.
Zverev gewann zwar den Wettbewerb in Genf und erreichte das Viertelfinale in Roland-Garros, kassierte ansonsten aber fast ausnahmslos frühe Niederlagen.

Bloß nicht wieder "unter aller Sau" spielen

"Sascha musste sehr kämpfen, seine Form in dieser Saison zu finden. Gerade auf Sand, eigentlich sein stärkster Belag, hat er - um es milde auszudrücken - unter aller Sau gespielt. Ich darf das sagen", urteilte damals Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport.

Boris Becker und Alexander Zverev (BMW Open München)

Fotocredit: Eurosport

Tatsächlich beherrscht Zverev das Spiel auf Sand famos. Vor allem, wenn die Bälle hoch abspringen, nutzt er seine Körpergröße von 1,98 m hervorragend, um Druck auf den Ball zu bringen. Am besten funktionierte das bislang 2018, als er das Masters von Madrid gewann, beim Masters in Rom im Finale stand und in München triumphierte.
Diese Form wird Zverev auch in diesem Jahr brauchen, will er nach den ganz großen Titeln greifen und Sandplatz-König Nadal bei den French Open attackieren. Anders gesagt: Er muss "all in" gehen.
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