Getty Images

Federer und Nadal im Spielerrat: Droht jetzt der große Zoff mit Djokovic?

Federer und Nadal im Spielerrat: Droht jetzt der große Zoff mit Djokovic?
Von Eurosport

09/08/2019 um 15:34Aktualisiert 10/08/2019 um 11:34

Roger Federer und Rafael Nadal sind zurück im ATP-Spielerrat und treffen dort auf Novak Djokovic: Der Dritte der "Big Three" der Tenniswelt ist Präsident des Spielerrats. Das Aufeinandertreffen der Drei könnte dabei äußerst spannend werden. Grund ist der Fall Gimelstob, der einen tiefen Graben schlägt zwischen die Giganten des Tenniszirkus. Denn Justin Gimelstob ist äußerst umstritten.

Vor Wimbledon kam es zum großen Knall im ATP-Spielerrat, dessen Folge der Rücktritt von gleich vier Mitgliedern ist. Jamie Murray, Robin, Haase, Sergej Stachowski und Dani Vallverdu als Trainer-Vertreter zogen die Konsequenzen aus einem langwierigen Theater um die Personalie Justin Gimelstob.

Gimelstob wollte neuer Boss der ATP werden, Nachfolger von Chris Kermode. Dessen Vertrag läuft zum Jahresende aus, verlängert wird er nicht.

Doch der 42-jährige ehemalige Tennisprofi wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Zwar gab er die Tat, es sollen 50 Faustschläge gegen seine Ex-Frau gewesen sein, nicht zu, doch Gimelstob bestreitet die Vorwürfe auch nicht. Nach seiner Verurteilung trat er als Funktionär aus dem Board of Directors bei der ATP zurück.

Federer und Nadal halten an Kermode fest

Das ist offenbar noch nicht Grund genug für Novak Djokovic, seinem Freund den Rücken zu kehren. Er hält an Gimelstob fest. Die Gerichtsunterlagen selbst hat er aber nie gelesen, gab er zu. "Falls Justin schuldig gesprochen wird, ändert dies natürlich alles."

Für viele Profis unverständlich. Stan Wawrinka sagte schon im Frühjahr: "Justin Gimelstob wurde wegen Körperverletzung verurteilt. Es kann nicht sein, dass wir ein derartiges Verhalten tolerieren." Ähnlich dürften Federer und Nadal die Situation sehen. Sie bekennen sich klar zu Chris Kermode als Präsidenten. "Federer und ich haben uns verpflichtet, gemeinsam zum Spielerrat zurückzukehren, um zu versuchen, das Spiel auf eine bessere Art und Weise voranzutreiben", sagte Nadal am Rande des ATP-Turniers in Montreal.

Nadal und Federer wollen "besser wissen, was geschieht"

Federer, der selbst zehn Jahre lang Präsident des ATP-Spielerrats war, hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, sich in der Tenniswelt wieder mehr politisch einbringen zu wollen.

Ähnlich bei Nadal: "Wir können beide eine gute Kraft sein, eine bessere Hilfe für den Sport in gewisser Weise. Wir sind hier, um zu helfen und natürlich, um ein bisschen besser zu wissen, was geschieht. Im letzten Jahr gab es in vielen Bereichen Höhen und Tiefen. Ich versuche meine Meinung nach mehr als 15 Jahren auf der Tour abzugeben."

Wie auch auf dem Court werden Nadal und Federer ihrem Kontrahenten Djokovic sicher auch im Spielerrat kontra geben werden.