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Australian Open | Mit Vergnügen unpünktlich: Alexander Zverev lässt sich nicht hetzen

Mit Vergnügen unpünktlich: Zverev lässt sich nicht hetzen
Von SID

13/01/2019 um 11:14Aktualisiert 13/01/2019 um 11:22

Alexander Zverev gibt sich vor seinem Auftaktmatch in Melbourne betont locker. Mit Spaß zum Erfolg lautet sein Rezept - so wie beim triumphalen Saisonfinale in London. Die leichte Fußverletzung, die er im Training in der Margaret Cour Arena erlitten hatte, soll ihn nicht hindern. Auch letztes Jahr war die Lockerheit groß, die eigenen Erwartungen hatten Zverev aber gelähmt.

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Mit manchen Dingen nimmt es Alexander Zverev nicht ganz so genau. Pünktlichkeit, zum Beispiel, gehört nicht gerade zu den großen Stärken des Jungspunds. Beim Hopman Cup in Perth habe sie "immer" auf ihn warten müssen, klagte seine Doppelpartnerin Angelique Kerber in Melbourne.

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Die Lässigkeit, mit der Zverev mitunter über die Tennistour schlurft, stößt nicht überall auf Begeisterung. Für den gebürtigen Hamburger ist sie Teil des Plans.

"Ich möchte es einfach genießen", sagte Zverev vor seinem Auftakt bei den Australian Open am Dienstag gegen den Slowenen Aljaz Bedene. Den Sommer, die Stadien, die großen Matches. Weiter erklärte er:

"Sobald mir das gelingt und ich wirklich Freude an dem habe, was ich tue, kommt alles weitere von ganz allein."

Auch der Durchbruch bei den Grand-Slam-Turnieren, auf den Zverev trotz seiner unbestrittenen Qualität noch immer wartet.

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Fußverletzung kein Problem

Sein denkwürdiger Triumph beim ATP-Saisonfinale Ende November im Endspiel gegen den bis dato überragenden Novak Djokovic soll ihm eine hilfreiche Lehre sein. Vor London habe er wirklich nicht gut gespielt, sagte Zverev: "Dann habe ich mir gesagt: 'Das ist das letzte Turnier des Jahres. Genieße es, so gut du kannst.' Am Ende hatte ich gewonnen." Mit dieser Einstellung müsse er auch die Majors angehen, "ich hoffe, ich kann das umsetzen", sagte Zverev.

Die leichte Fußverletzung, die er beim Training in der Margaret Court Arena erlitten hatte, soll ihn daran nicht hindern:

"Der Fuß tut ein bisschen weh, es ist wie ein blauer Fleck auf dem Knochen, aber nichts Großes. Ich mache mir keine Sorgen."

So wie die Australier bei jeder Gelegenheit sagen: "No worries!"

Allerdings: Mit betonter Lockerheit hatte es Zverev auch schon im vergangenen Jahr versucht, nach seiner Niederlage in der dritten Runde gegen den Südkoreaner Chung Hyeon zeigte sich jedoch, wie tief die Anspannung wirklich saß: In den Katakomben der Rod Laver Arena konnte nur sein Idol Roger Federer ihn wieder aufbauen. Die eigenen Erwartungen hatten Zverev gelähmt.

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Erster Verfolger Zverev

Das soll ihm 2019 nicht mehr passieren. Auch wenn die Lobeshymnen nach London nicht leiser geworden sind, die Favoritenbürde und den damit verbundenen Druck schiebt Zverev an die Konkurrenten weiter. "Durch den Sieg ändert sich nichts. Ich sehe mich nicht als großen Favoriten, das sind immer noch Rafa, Roger und Novak." Die Großen drei also, Rafael Nadal (32), Roger Federer (37) und Djokovic (31).

Deren erster Verfolger heißt jedoch Zverev, 21 Jahre alt, für die meisten Experten das größte Versprechen für die Zukunft und schon in der Gegenwart ein Herausforderer auf Augenhöhe, wenn er sein Potenzial wie in London abruft.

Wohldosierte Lässigkeit kann ihm dabei tatsächlich helfen, für den Ernst des Tennislebens hat er ohnehin Ivan Lendl im Team. Der zweimalige Australian-Open-Sieger wird schon darauf achten, dass Zverev zumindest zu seinen Matches pünktlich erscheint.

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