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Federer, Nadal, Djokovic oder Zverev? Der Favoriten-Check zu den Australian Open

Favoriten-Check: Zverev reif für Machtübernahme von Djokovic und Federer?

13/01/2019 um 19:54Aktualisiert 13/01/2019 um 20:31

Verteidigt Roger Federer den Titel, triumphiert Novak Djokovic zum siebten Mal oder gelingt Alexander Zverev der heiß ersehnte Durchbruch auf Grand-Slam-Niveau? Und dann ist da noch Vorjahresfinlist Marin Cilic. Eurosport.de nimmt die Favoriten bei den Australian Open unter die Lupe und tippt den Turniersieger.

1.) Roger Federer: Der Titelverteidiger

Der Titelverteidiger hat bereits seine gute Frühform beim Hopman Cup in Perth bewiesen. Dort gewann der Schweizer alle vier Einzel, darunter auch gegen Stefanos Tsitsipas und im Finale gegen Alexander Zverev. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger hat in Melbourne seit über zwei Jahren in Australien kein Spiel mehr verloren, zuletzt unterlag er Novak Djokovic im Halbfinale 2016. Federer ist auch mit seinen 37 Jahren immer noch topfit.

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Eurosport-Experte Boris Becker traut dem Superstar die Titelverteidigung zu. "Solange Roger Federer Tennis spielt, gesund bleibt und Lust dazu hat, kann er alles gewinnen", so der Australian-Open-Champion von 1991 und 1996. Federer bekommt es zum Auftakt mit Denis Istomin zu tun.

Eurosport-Prognose: Federer ist in Topform und schafft das Melbourne-Triple, der Traum vom siebten Sieg bei den Australian Open wird wahr. Es wäre ein neuer Rekord.

2.) Novak Djokovic: Die Nummer 1

Im vergangenen Jahr verlor Djokovic überraschend bereits im Achtelfinale gegen den Südkoreaner Hyeon Chung. Zum Beginn dieser Saison gewann der Weltranglistenerste zwar das Einladungsturnier in Abu Dhabi, scheiterte allerdings bei der Generalprobe in Doha im Halbfinale nach hartem Kampf am späteren Sieger Roberto Bautista Agut.

Dennoch bleibt Djokovic für viele Experten der Topfavorit in Melbourne. Der Serbe könnte zudem mit einem Sieg der erste Spieler mit sieben Australian-Open-Titeln werden. In Runde eins trifft der 31-Jährige auf den Qualifikanten Mitchell Krueger aus den USA.

Eurosport-Prognose: Auch Djokovic hat die Chance, mit dem siebten Titel einen Melbourne-Rekord aufzustellen - scheitert aber im Finale an Federer.

Novak Djokovic, Australian Open 2016

Novak Djokovic, Australian Open 2016Getty Images

Rafael Nadal: Der ewige Kämpfer

Der Spanier musste 2018 im Viertelfinale gegen Marin Cilic verletzungsbedingt aufgeben. Die vergangene Saison beendete er dann vorzeitig, um sich am Knöchel operieren zu lassen. Auch zu Beginn dieses Jahres musste der 32-Jährige das Turnier in Brisbane wegen einer Oberschenkelverletzung absagen, die er sich in Abu Dhabi zugezogen hat, wo er in seinem einzigen Spiel Kevin Anderson unterlag.

Wie fit Nadal tatsächlich sein wird, dürfte sich in den ersten Runde zeigen, wo er auf den Australier James Duckworth trifft.

Eurosport-Prognose: Nadal spielt ein überzeugendes Turnier und muss sich erst im Halbfinale Federer geschlagen geben.

Alexander Zverev: Der Anwärter

Spätestens nach seinem überzeugenden Titelgewinn bei den ATP Finals in London zum Ende der Saison gehört der Deutsche zum erweiterten Favoritenkreis. Zverev startete am Hopman Cup an der Seite von Angelique Kerber in die Saison und gewann drei von vier Einzeln. Nur im Finale unterlag er Roger Federer in zwei Sätzen.

Video - Highlights: Zverev chancenlos bei beeindruckender Federer-Show

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Nach dem Hopman Cup zog sich der 21-Jährige allerdings im Training eine Oberschenkelverletzung zu knickte zudem mit dem linken Fuß um. Ein kleiner Schreckmoment, mehr nicht. "Der Fuß tut ein bisschen weh, es ist wie ein blauer Fleck auf dem Knochen, aber nichts Großartiges - und es kann nicht schlimmer werden. Ich mache mir keine Sorgen", sagte der Weltranglistenvierte, der mit einem Tapeverband antreten wird und bei den Australian Open 2018 in der dritten Runde in fünf Sätzen gegen Hyeon Chung verlor.

Eurosport-Prognose: Persönlicher Grand-Slam-Rekord ja, Titel nein. Zverev marschiert ins Halbfinale, dann kommt das Aus gegen Djokovic.

Marin Cilic: Der Geschlagene

Ein weiteres Grand-Slam-Finale und wieder stand ihm Roger Federer im Weg. Wie schon in Wimbledon 2017 hieß das Melbourne-Endspiel 2018 Cilic gegen Federer. Beide trainierten in ihrem Urlaub noch zusammen und standen sie sich kurz darauf im Finale gegenüber, dass der Kroate schließlich in fünf Sätzen verlor.

Derzeit plagt Cilic allerdings eine Knieverletzung. Das Vorbereitungsturnier im indischen Pune musste der US-Open-Champion von 2014 absagen, in Melbourne will der 30-Jährige aber trotzdem angreifen. In Runde eins geht es gegen Australiens Bernard Tomic.

Eurosport-Prognose: Ein gutes, aber kein sehr gutes Turnier für den Kroaten. Spätestens im Viertelfinale ist Schluss.

Kei Nishikori: Der Beständige

Der Japaner startete stark in die neue Saison und gewann das Turnier in Brisbane nach einem Dreisatz-Sieg gegen Überraschungsmann Daniil Medvedev. Im letzten Jahr konnte der 29-Jährige wegen einer Handgelenksverletzung nicht an den Australian Open teilnehmen.

Nishikori kann an einem guten Tag mit jedem Spieler von der Grundlinie mithalten, allerdings lässt ihn der Aufschlag in entscheidenden Momenten mitunter im Stich. In der 1. Runde wartet der polnische Außenseiter Kamil Majchrzak auf die Nummer neun der Welt.

Eurosport-Prognose: Nishikori darf zufrieden sein und egalisiert mit dem Viertelfinaleinzug seinen Australian-Open-Rekord.

Kevin Anderson: Die Überraschung

Turniersieg in Pune, Finale beim Einladungsturnier in Abu Dhabi, gute Form zum Ende des vergangenen Jahres - mit Kevin Anderson ist zu rechnen.

Bei den Australian Open scheiterte der Südafrikaner überraschend in der 1. Runde in fünf Sätzen an Kyle Edmund. Bei den folgenden drei Grand-Slam-Turnieren kam er aber immer in die zweite Woche, in Wimbledon erreichte Anderson sogar das Finale. Zum Auftakt in Melbourne muss der 32-Jährige gegen Adrian Mannarino aus Frankreich ran.

Eurosport-Prognose: Die Serie geht weiter, Anderson kommt erneut in die zweite Woche und schafft den Sprung ins Viertelfinale.

Die Erstunden-Partien der Favoriten im Überblick:

  • Roger Federer (Schweiz/3) - Denis Istomin (Usbekistan/99)
  • Novak Djokovic (Serbien/1) - Mitchell Krueger (USA/231)
  • Marin Cilic (Kroatien/7) - Bernard Tomic (Australien/85)
  • Kevin Anderson (Südafrika/5) - Adrian Mannarino (Frankreich/41)
  • Rafael Nadal (Spanien/2) - James Duckworth (Australien/ 238)
  • Alexander Zverev (Hamburg/4) - Aljaz Bedene (Slowenien/67)
  • Kei Nishikori (Japan/8) - Kamil Majchrzak (Polen/176)

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