"Ich bleibe bei Rafael Nadal."
Mischa Zverev macht im Eurosport-Interview keinen Hehl daraus, wem er nach aktueller Lage den Titel am meisten zutraut. Als einziger der Topfavoriten hat der Spanier die ersten drei Runden ohne Satzverlust überstanden.
Mehr noch: Beim jüngsten 7:5, 6:2, 7:5-Erfolg gegen den Briten Cameron Norrie kassierte Nadal erste das zweite (!) Break im Turnierverlauf.
Australian Open
Wut und Wehmut: Jetzt fängt Zverev richtig Feuer
12/02/2021 AM 21:27
Trotzdem zögern die internationalen Experten (noch), den Rekord-Grand-Slam-Champion zum Titelaspiranten Nummer eins auszurufen.
Das mag an der Tatsache liegen, dass Nadal den Klassiker von Melbourne erst einmal gewonnen hat - und an den Spekulationen um die Fitness des Superstars, der im Vorfeld des Events Rückenprobleme bekam.

Mischa Zverev: "Nadal aggressiv gestimmt"

Zverev, der für Eurosport das Match gegen Norrie in der Rod Laver Arena verfolgte, merkte davon nichts mehr.
"Rafa bewegt sich gut. Er spielt nicht auf 100 Prozent, das muss er aber auch noch nicht", so der 33-Jährige, der überdies eine interessante Beobachtung machte. "Rafa ist aggressiv gestimmt, seine Körpersprache passt. Er freut sich auch bei 'kleinen' Punkten, ballt die Faust. Das sagt viel aus", so Zverev.

Mischa hautnah an Nadal dran - dann schaltet sich noch Alex Zverev ein

Treibt man das Spielchen weiter, das Favoriten-Ranking anhand der Resultate aus der ersten Woche aufzustellen, muss der Name Alexander Zverev direkt auf den von Nadal folgen.
Der 23-Jährige gab nur in der 1. Runde gegen Marcus Giron einen Satz ab und steigerte sein Niveau von Match zu Match.

Warum kein Favorit? Alex Zverev irritiert

Es ärgert Deutschlands Nummer eins gehörig, dass er dennoch nicht als einer der großen Favoriten betrachtet wird. "Die Experten sehen ganz andere Spieler als Favoriten, obwohl ich finde, dass ich besser spiele als diese Spieler", betonte der Weltranglisten-Siebte im Exklusiv-Interview mit Eurosport.
Nachvollziehbar.
Ob Novak Djokovic, Dominic Thiem, Daniil Medvedev, Stefanos Tsitsipas - sie alle haben schon Fünfsatz-Duelle in den Beinen und balancierten am Turnier-Aus entlang. Dermaßen eklatante Schwächephasen leistete Zverev sich bislang nicht. Bei Titelverteidiger Djokovic kommt hinzu, dass er nach einem Muskelriss sogar laut über einen Turnierausstieg nachgedacht hat.

Zverev fehlt auf Favoritenliste: "Nehme das schon persönlich"

Es ließe sich nun trefflich darüber streiten, wie stark die bisherigen Gegner des Deutschen im Vergleich zu jenen des genannten Quartetts waren.
Fakt ist: Das Momentum liegt bei Zverev - und der will eine offensive Rolle einnehmen. "Sascha ist heißblütiger als ich. Er möchte als Favorit und Champion dastehen", verriet Bruder Mischa Zverev.

Zverev im Duell mit Lajovic

Die Bauchmuskelprobleme, die Alexander Zverev in den ersten Runden plagten, scheinen zudem überstanden. "Die Sache mit den Bauchmuskeln wird besser, er hat im Training wieder schneller serviert. Sascha hat sich während der Übungseinheit nicht aufgeregt, was ein gutes Zeichen ist", so Mischa.

Matchball Becker: Das hat Nadal allen anderen Top-5-Spielern voraus

Gegen den Serben Dusan Lajovic (Sonntag ab 8:30 im Liveticker und LIVE im TV bei Eurosport 1) im Achtelfinale sei "Sascha favorisiert" - und das gilt auch in immer höherem Maße für die ganzen Australian Open.
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