Aufgrund der großen Fragezeichen hinter der körperlichen Verfassung des Weltranglisten-Führenden Novak Djokovicwar Medvedev bei den Buchmachern zwischenzeitlich zum ersten Anwärter auf den Titel aufgerückt.
Auch wenn der 25-Jährige von einer Favoritenrolle nichts wissen will. "Ich versuche, mich als gar nichts zu sehen", sagte er bereits nach seinem Drittrundensieg nüchtern, "ich versuche einfach, meine Matches zu gewinnen."
Das gelingt Medvedev derzeit hervorragend.
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Zwar leistete er sich in seiner Drittrundenpartie gegen den Serben Filip Krajinovic eine kleine Auszeit, das 6:3, 6:3, 4:6, 3:6, 6:0 war dann aber sein 17. Sieg in Folge auf der Tour. Gegen Mackenzie McDonald ließ er am Montag seinen 18. folgen und zog damit erstmals bei den Australian Open ins Viertelfinale ein.

Übler Ausraster gegen eigenen Coach: Medvedev liefert schräge Erklärung

Und als wäre diese Bilanz nicht schon faszinierend genug: Zehn dieser Siege waren gegen Top-10-Spieler, gleich dreimal bezwang er Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev.
So gewann Medvedev im Herbst nicht nur das Masters in Paris und die ATP Finals, sondern auch den ATP Cup direkt vor den Australian Open.

Hoffnungen ruhen auf Medvedev

Der Titel beim Mannschaftswettbewerb wurde auch deshalb möglich, weil Medvedev eben nicht Russlands einziger vielversprechender Jungstar ist. In Andrey Rublev, mit 23 Jahren schon die Nummer acht der Welt, stand ein weiterer potenzieller Grand-Slam-Champion im Aufgebot. Bei den Australian Open stehen sich beide nun wie zuletzt auch bei den US Open im Viertelfinale gegenüber.

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Dass für Karen Khachanov (24), immerhin 20. der Weltrangliste, schon kein Platz im Team mehr war, spricht für eine große russische Tenniszukunft.
Auch bei den Australian Open deutet sich dies an. Erstmals überhaupt in der "Open Era" stehen drei Russen im Viertelfinale von Melbourne - neben Medvedev und Rublev schaffte es auch der ungesetzte Aslan Karatsev (27) unter die besten Acht.
Doch die Hoffnungen ruhen vor allem auf Medvedev, der schon bei der Fünfsatz-Niederlage im Finale der US Open 2019 gegen Rafael Nadal ganz nah am ersten Grand-Slam-Titel dran war.

Medvedev größer als Eishockey- und Fußballstars?

"Wenn er so weitermacht, könnte er größer werden als alle Eishockeyspieler oder Fußballer", prophezeite Jevgeni Kafelnikov, in den 90ern zweimaliger Grand-Slam-Champion. Schon jetzt berichtet Kafelnikov von großer Euphorie in der Heimat ob der rosigen Zukunft, die sich da andeutet.

Medvedev flippt aus und schickt seinen Coach aus der Box

"In den Tennisclubs wollen die Junioren nicht mehr wie Kafelnikov oder Safin sein", erzählte der Sydney-Olympiasieger: "Sie wollen wie Medvedev, Rublev oder Khachanov sein."
Als letzter Russe triumphierte Marat Safin 2005 bei einem Major-Turnier, in Melbourne war das. 16 Jahre später stehen seine designierten Nachfolger an gleicher Stelle schon bereit.
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(mit SID)

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