Der König hat natürlich längst erkannt, dass sie ihm das Zepter aus der Hand reißen wollen.
Vor allem der rund acht Jahre jüngere Daniil Medvedev wird immer ungeduldiger, rüttelt bereits heftig am Thron.
Entsprechend sah Novak Djokovic vor wenigen Tagen die Zeit gekommen, ein paar Machtworte an die Konkurrenz zu richten.
Australian Open
Gegen alle Zweifel und Vorwürfe: Djokovic will den Spieß umdrehen
19/02/2021 AM 09:44
Er werde Medvedev und Co. sein Königreich weder in Melbourne noch in der Weltrangliste "einfach überlassen", so Djokovic im Exklusiv-Interview mit Eurosport. "Dafür werden sie sich schon den Arsch aufreißen müssen."
Der Serbe strebt nach dem höchsten Ziel, will als größter Spieler aller Zeiten ins Geschichtsbuch eingehen.

Djokovic-Ansage an Zverev & Co.: "Müssen sich den Arsch aufreißen"

Dafür braucht er diesen Australian-Open-Titel (das Finale am Sonntag ab 9:15 Uhr im Liveticker und bei Eurosport 1 im TV) unbedingt, denn Roger Federer und Rafael Nadal haben bereits 20 Grand-Slam-Erfolge auf dem Konto. Djokovic steht bei 17, verlorene Major-Finals kann er sich nicht mehr leisten.

Medvedev: Der Druck liegt nur bei Djokovic

Das weiß auch Medvedev ganz genau. "Novak hat hier in Melbourne noch kein Finale verloren und hat den ganzen Druck, er hat einfach mehr zu verlieren als ich", schob der 25-Jährige die Favoritenrolle dem Weltranglistenersten zu. Wohlwissend, dass er gute Karten hat, Djokovic zu entthronen.
Im direkten Vergleich nur knapp mit 3:4 hinten, hat Medvedev das bis dato letzte Duell bei den ATP Finals 2020 in London klar mit 6:3, 6:3 für sich entschieden.

Die Top-5-Punkte des Tages: Medvedev zaubert sogar beim Matchball

Seit 20 Partien ist der Mann aus Moskau ungeschlagen, elf dieser Siege fuhr er gegen Top-Ten-Spieler ein.
Eine einschüchternde Bilanz. Geeignet, um Könige zu stürzen.

Djokovic kämpft an allen Fronten

Wenn die Vorzeichen nicht trügen, dann erwartet die Zuschauer ein harter Kampf um den Titel in der Rod Laver Arena. Djokovic hat in den vergangenen zwei Wochen einmal mehr bewiesen, dass er in der Lage ist, alles wegzustecken.

Becker mit Plädoyer für Djokovic: "Lasst die Kirche im Dorf"

Vor Beginn des Turniers geriet er schwer in die Kritik, nachdem er sich für Quarantäne-Lockerungen ausgesprochen hatte. In Runde drei zog der Titelverteidiger eine Muskelverletzung am Bauch zu, die ihm einige Kollegen und Experten nicht so recht abnehmen wollten. Zwischendrin machte Djokovic noch seinem Unmut über die aus seiner Sicht unfaire Berichterstattung im Hinblick auf seine Person Luft.
"Natürlich tut es weh, wenn man grundlos kritisiert und anders behandelt wird. Aber in gewisser Weise ist das der Weg, den ich gewählt habe", erklärte der Superstar. Es ist ein sehr erfolgreicher Weg. Angeschlagen warf er Taylor Fritz, Milos Raonic, Alexander Zverev und Aslan Karatsev aus dem Wettbewerb.
Im Viertelfinale gegen Zverev schlug Djokovic 23 Asse und sprach danach mit Blick auf seinen Aufschlag vom "besten Turnier der Karriere".

Außenseiter? Medvedev verneint

Es ist wie so oft: Geht es in die entscheidende Phase, ruft der Belgrader seine Qualitäten voll ab. Und: Im Unterschied zu den Partien der vergangenen Tage hat Djokovic am Tag vor dem Finale wieder richtig trainiert, die Bachmuskelbeschwerden sind vergessen.

Highlights | Top aufgelegt: Djokovic zeigt Karatsev die Grenzen auf

"Novak kommt langsam wieder in seine körperliche und geistige Verfassung", befand Eurosport-Experte Boris Becker, was unweigerlich zur Frage führt: Was mag Djokovic noch im Köcher haben, wenn er bislang angeschlagen war und dennoch das Endspiel erreicht hat?
Wir werden es zusammen mit Medvedev erleben. "Ich sehe mich nicht als Außenseiter", gab der Weltranglistenvierte zu Protokoll, "eher so als Herausforderer". Wie auch immer: Er wird sich den Arsch aufreißen müssen ...
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