Ihren Abschied von der Tennisbühne hatte sich Carla Suarez Navarro ganz genau ausgemalt. Ein letztes Mal noch die großen Courts dieser Welt bespielen, dann mit ihrer Lebensgefährtin ein neues Kapitel aufschlagen - so lautete der Plan, bis diese fürchterliche Diagnose im August 2020 alles auf den Kopf stellte: ein bösartiger Tumor im Lymphsystem. Doch selbst in den dunkelsten Stunden fasste die Kämpferin sogleich einen Lichtblick ins Auge, vom Krebs wollte sie sich das Karriereende keineswegs diktieren lassen.
"Tennis hat mir viel gegeben, und ich wollte mich immer auf dem Platz verabschieden können. Ich wollte in der Lage sein, den letzten Schlag zu wählen, die Möglichkeit haben, mir ein Datum zu setzen - das ist etwas, das ich von Herzen wollte", sagte die 32-Jährige, und ihr Wunsch geht in Erfüllung. Der Krebs ist überwunden, bei den am Sonntag beginnenden French Open gibt Suarez Navarro ihr Comeback.
Mit einem Jahr Verspätung kann die Spanierin ihre Abschiedstournee nach ihren Wünschen gestalten. "Ich habe die vergangenen Monate gearbeitet, um mir die Möglichkeit zu schaffen, ein letztes Mal in Paris anzutreten", erzählte die frühere Nummer sechs der Welt. Danach noch Wimbledon, die US Open, vielleicht sogar die Olympischen Spiele. "Die ganzen großen Turniere ein letztes Mal", sagte Suarez Navarro, "das ist mein großer Traum."
French Open
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Im Rahmen der US Open im vergangenen Herbst hatte sie ihre schlimme Diagnose öffentlich gemacht. Das sogenannte Hodgkin-Lymphom machte eine sechsmonatige Chemotherapie unumgänglich, der Schock in der Szene war groß, da Suarez Navarro wegen ihrer herzlichen Art zu den beliebtesten Spielerinnen der Tour zählt. Aber auch der Zuspruch war deshalb gewaltig, von Novak Djokovic hin zu Simona Halep trudelten die besten Wünsche ein.

Navarro: "Hoffe einfach, dass ich es in vollen Zügen genießen kann"

Umso größer war auch die Freude, als Suarez Navarro Ende April über Twitter ihre Genesung verkündete, auf einem Bild zeigte sie sich strahlend in Siegerpose in einem Shirt mit der Aufschrift "stronger than cancer" - stärker als der Krebs. Mit ihrem unermüdlichen Kampfgeist, der sie stets auf dem Court auszeichnete, war Suarez Navarro auch gegen die Krankheit angegangen.
Ihre erste Reaktion auf die Diagnose sei gewesen: "Okay Doktor, war muss ich tun, um wieder gesund zu werden?" Schließlich wollte sie "nicht, dass sich die Leute an mich in einem Krankenhausbett erinnern". Schon beim Turnier in Madrid war sie als Sparringspartnerin zurückgekehrt - dass das Comeback nun in Paris klappt, ist für sie ganz besonders.
"Roland Garros ist ein Turnier, das mir einige der besten Momente in meiner Karriere beschert hat", sagte Suarez Navarro. 2008 hatte sie als Qualifikantin bei ihrem Grand-Slam-Debüt direkt das Viertelfinale erreicht, nicht weniger emotional wird der letzte Auftritt in Paris sein, für den sie so hart gekämpft hat. "Ich hoffe einfach", sagte sie, "dass ich es in vollen Zügen genießen kann".
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